09.10.2006

Japanther & The Good Good, Kafé Kult, München, 8.10.2006

Nach welchem Prinzip sich der Besucherzuspruch im Kafé Kult gestaltet, wird mir wohl immer rätselhaft bleiben. Am vergangenen Donnerstag verschlug es nur knapp 20 Zuhörer nach Oberföhring, während der gleiche Raum am darauffolgenden Sonntag zu "Japanther" und "The Good Good" sehr ordentlich gefüllt war.

Nun gut, "The Good Good" waren immerhin nach ihrem Auftritt vor einigen Monaten keine Unbekannten für das übliche Kult-Publikum mehr. Wie damals vor "Glen or Glenda" spielten sie diesmal als erste Gruppe des Abends und legten wieder einen sympathischen Auftritt mit ihrem verspielten experimentellen Pop hin, der immer noch bei aller "unprofessionellen" Wackligkeit und Kantigkeit voller Charme war: The Good Goods Mischung aus Kinderliedern, ungewöhnlichen Klängen und Krach macht Spaß, und ein wenig kompakter als im Januar wirkten die New Yorker obendrein, weshalb ich auch ihr neues knapp eine halbe Stunde langes Mini-Album "Furrows" zum freundlichen Preis von nur 7,- Euro ohne Bedenken (und - inzwischen gehört - Reue) mitnahm.

Auf "Japanther" war ich gespannt. Das eine mir bekannte Album ist zwar ordentlicher sample-lastiger Alternative-Rock, aber wie dieser live in Duo-Besetzung rüberkommen würde, war anhand der Studioaufnahmen nicht abzusehen. Leider nicht sonderlich. Zwar wurden viele der Studio-Elemente per Band/Samples eingespielt, aber dennoch wurde mit zunehmender Konzertdauer immer deutlicher, wie gleich die Kompositionen und Riffs des Bass-Schlagzeug-Duos aufgebaut sind. Bei einer solchen reduzierten Besetzung muss man sich kompositorisch noch mehr Mühe als "herkömmliche" Bands geben, um musikalische Spannung aufzubauen, oder auf andere Art und Weise punkten, etwa mit dem aufgebauten Energiepegel oder auch mit spieltechnischer Rafinesse (wie Japanther - immerhin halbwegs originell - statt Mikros über umgebaute Telefonhörer zu singen reicht aber nicht). Dass dies möglich ist, haben Gruppen wie "Sabot" oder "Testadeporcu" an gleicher Stelle bereits bewiesen. Im Vergleich mit diesen wirkten Japanther eher effekthascherisch und gewöhnlich.

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