Invasion of the Saucer-Men
"Invasion of the Saucer-Men" ist - man glaubt es kaum - ein Alien-Invasion-Film. Zwar wird nicht ganz klar, warum die Außerirdischen eigentlich auf der Erde landen, aber wir sollten auch ohne lästige Fragen zu stellen dafür dankbar sein, dass sie es getan haben. Denn sonst wäre uns eines der mit Sicherheit coolsten Alien-Designs aller Zeiten entgangen (siehe die Abbildung links; mehr Lobby-Cards zum Film bei bei bmovies.de).
Schade, dass keine Figur namens Louis in "Invasion of the Saucer-Man" vorkommt, sonst hätte der Film lang vor den defunès'schen Albereien den Titel "Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe" beanspruchen können.
Auch schade, dass die herrlichen Grünköpfe im Film nur ein paar Mal für jeweils wenige Sekunden zu sehen sind (und obendrein im Gegensatz zum Werbeplakat nur Kleinkindgröße haben). Wie kann man ein solch grandioses Design, grandioser noch als die vielleicht davon inspirierten "Mars Attacks"-Männchen, nur dermaßen verheizen?
Ansonsten ist "Invasion of the Saucer-Man" zwar kein guter Film, aber ein hervorragendes Lehrstück. Zum einen, weil wie oft die Aliens im Prinzip nur zur Illustration von Moralvorstellungen gebraucht wird, in dem etwa inhaltlich das typische Motiv des bekannten Horror-Lehrsatzes "Sex ist böse" verarbeitet wird, der hier in den weniger freizügigen 50er Jahren allerdings in "Wer abends im Auto in 'Lover's Lane' knutscht, wird von glubschäuigen Aliens gejagt werden" übersetzt und daraus rückübersetzt werden muss. Wozu auch passt, dass in Lover's Lane fleißig dem Gerstensaft gefrönt wird, was übertragend von den Aliens dadurch gespiegelt wird, dass sie ihre Opfer wehrlos machen, indem sie ihnen Alkohol injezieren, diesen also deren eigene "Medizin" verabreichen. Kommet also zurück ins Licht, Kinder! Denn Scheinwerferlicht ist genau das, was auch die Aliens explodieren und verpuffen lässt.
Zum anderen ist "Invasion of the Saucer-Man" eine hervorragende Illustration dessen, was Komödie und Drama unterscheidet. Nicht, weil er eine gute Komödie wäre, im Gegenteil, sonderlich witzig ist er nicht einmal. Aber weil er deutlich als solche präsentiert wird, aber man aus dem genau gleichen Drehbuch ebenso gut einen ernstgemeinten Horrorfilm hätte machen können. Denn so wird deutlich, welchen Einfluß die Einstimmung in Form des Vorspanns (hier: comicartige Texttafeln, die fast eine 50er-Jahre RomCom erwarten lassen) und vor allem die burleske Filmmusik und die Art, wie die Schauspieler ihre Textzeilen sprechen, auf die Stimmung und Wahrnehmung des Films haben. Fast wirkt es so, als ob Produzent und Regisseur das Drehbuch lasen und meinten, "Nah, das kann niemand ernst meinen und ernst nehmen". "Invasion of the Saucer-Man" ist eigentlich ein einziges großes Augenzwinkern, allerdings eines, das nicht zu einer Pointe gehört.
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