29.12.2004

In 80 Alben um die Welt

Im aktuellen [progrock-dt]-Thread "Selbstdisziplin beim CD-Kauf" geht es unter anderem auch um die Sammelleidenschaft: wenn es bei einer CD-Anschaffung nicht mehr um die Musik als solche, sondern "lediglich" um die Komplettierung der Sammlung geht. Dies ist in gewisserweise eine Ausartung der Musikleidenschaft, bei der der Blick für das Wesentlichen zumindest verschwimmen kann, die ich aber nicht von vorneherein verdammen mag... Schliesslich bin ich selbst schuldig und habe noch nicht einmal ein schlechtes Gefühl dabei.

Manchmal führen zweifelhafte Motive nämlich zu unzweifelhaften Ergebnissen: ohne die oben beschriebene Sammelwut hätte ich manches nicht kennengelernt, was sich im Nachhinein auch als einfach musikalisch lohnenswert herausgestellt hat. Am Beispiel: ich habe als kleines Projekt laufen, im Laufe der Zeit Progalben aus möglichst vielen unterschiedlichen Ländern zusammenzubekommen. Dabei stellte ich irgendwann zu meiner Schande fest, dass ich noch keine Band aus Brasilien in meiner Sammlung hatte, obwohl dort seit den 70er Jahren einiges an Progressive Rock erschienen ist. Also machte ich mich ein bisschen schlau und besorgte mir Bacamartes "Depois Do Fim". Und siehe da: das ist ein richtig gutes Album mit klassischem 70s-Prog, das ähnlich zu den italienischen Kollegen wie PFM den symphonisch-ernsthaften Prog-Sound durch elegantes Südländisches Flair ergänzt, dabei aber jederzeit mitreissend bleibt. Und dieses musikalische Schätzchen hätte ich eben ohne das Projekt "In 80 Alben um die Welt" nicht entdeckt.

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Weitere aktuelle Beiträge

Audio-Beiträge

Bildergalerien