07.04.2006

Im dänischen Dogma-95-Stil

Präambel

Mit den Filmen aus der dänischen Dogma 95-Schule habe ich normalerweise Probleme, vor allem mit der ziemlich kompletten Abwesenheit von Panzerfäustem oder Kettensägen (vgl. die Punkte 6 und 8 im Keuschheitsgelübde unten).

Aber was interessieren mich meine Vorurteile von gestern, wenn es um eigenes Gemurkse geht? Also nennen wir Handkamera, dunkles Bild, mäßigen Ton, hölzerne Darsteller, musikalisch gesehen die nicht allerbeste Session und ein unterirdisches Spiel-Zimmer als Drehort schlicht und einfach einen Dogma-Film: Voilà gutes Gewissen.

Der Filmausschnitt

Video-DateiDivX avi, 17:58 Laufzeit, 69 MB

Kamera: Stephan Watzinger

Violine: Matthias Friedrich
Bass, Programming: Peter Frohmader
Keyboards: Udo Gerhards
Schlagzeug: Helmuth Graf

Das Dogma 95-Keuschheitsgelübde

 

  1. Shooting must be done on location. Props and sets must not be brought in (if a particular prop is necessary for the story, a location must be chosen where this prop is to be found).
  2. The sound must never be produced apart from the images or vice versa. (Music must not be used unless it occurs where the scene is being shot).
  3. The camera must be hand-held. Any movement or immobility attainable in the hand is permitted. (The film must not take place where the camera is standing; shooting must take place where the film takes place).
  4. The film must be in colour. Special lighting is not acceptable. (If there is too little light for exposure the scene must be cut or a single lamp be attached to the camera).
  5. Optical work and filters are forbidden.
  6. The film must not contain superficial action. (Murders, weapons, etc. must not occur.)
  7. Temporal and geographical alienation are forbidden. (That is to say that the film takes place here and now.)
  8. Genre movies are not acceptable.
  9. The film format must be Academy 35 mm.
  10. The director must not be credited.

Na, passt doch alles. OK, Punkt 9 ist ein kleiner Stolperstein. Aber die Dogma-95-FAQ belehren uns: "Most Dogme95 films are shot on consumer DV cameras." Bingo. Denn wer sagt, dass das komplette, ca. einstündige Werk nicht irgendwann auf 35mm-Film übertragen werden wird...?

Kommentare

> Interessantes Video. Nich arg spektakulär, aber die Musik gefällt mir sehr gut.
> Ist da bissel Plan hinter oder alles imrpovisiert?

Kein Plan und dementsprechend komplett improvisiert.

> Was sollte man unter "Programmierung" verstehen? Die Lichtshow? :-)

Am Anfang hört man ein Synthie-Pattern. Das hat Peter programmierung und wird von ihm via Atari und Notator zum Novation-Synthie geschickt.

> Ein Tipp zur Videobearbeitung: [ganze Wälder voller böhmischer Dörfer gesnippt]

Ich nix Ahnung von Video-Bearbeitung. Ich DVD von Stephan bekomme, ich DVD in Rechner einlege und mit DVDx klickklick zu avi konvertiere. Ich nix wisse wie Stephan DVD mache, und ich auch glaube, dass fuer Heimvideo-Probenraum-Mitschnitt mehr Aufwand Overkill waer'.

Interessantes Video. Nich arg spektakulär, aber die Musik gefällt mir sehr gut. Ist da bissel Plan hinter oder alles imrpovisiert?

Was sollte man unter "Programmierung" verstehen? Die Lichtshow? :-)

Ein Tipp zur Videobearbeitung: Beim Konvertierungen des DV-Materials solltet ihr bissel mit den De-Interlace Einstellungen rumprobieren. Bei Adobe Premiere hilft i.d.R. die Option "Videomaterial zusammenfügen" unter "Keyframe und Rendern" bei den Export-Optionen. Beim Codec müsste dann "Encode as progressive" gewählt werden. Ist leider schwer zu sagen, wo genau das umgestellt werden muss, aber irgendwie lassen sich die horizontalen und recht nervigen Streifen bei Bewegungen entfernen. Da ihr ja wohl noch mehr Material habt, wäre das ja durchaus ein bissel Nachforschung wert.

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Weitere aktuelle Beiträge

Audio-Beiträge

Bildergalerien