Hot Fuzz
Was mir bei parodistischen Filmen in den letzten paar Jahren auffällt, ist deren "poliertes" Aussehen. Anders als bei vielen früheren Parodien stehen neuere ihren "ernsthaften" Vorbildern heutzutage oft kaum nach, was die Professionalität und Sorgfalt der Produktion angeht. Als Beispiele dafür können u.a. die letzten Filme von Bully Herbig gelten, was zu deren Popularität beigetragen haben dürfte. Aber etwa auch die Zombie-Comedy "Shaun of the Dead" - und das aktuelle Werk des gleichen Teams: "Hot Fuzz", eine Action-/Buddy-Film-Parodie mit massig trockenem Humor, aber auch mit viel weniger trockener, aber nur selten alberner Situations-Komik.
Über-Bobby Nicholas Angel wird in ein Provinzkaff wegbefördert, da sein Eifer, sein Perfektionismus und seine Erfolg ein schlechtes Licht auf seine weniger fähigen Kollegen und Vorgesetzten wirft. An seiner neuen Wirkungsstätte, dem vorbildhaft kleinbürgerlichen und scheinbar verbrechensfreien Sandford, fühlt Angel sich zuerst Fehl am Platze und unterfordert, bis sich heraus stellt, dass hinter der heimeligen Kulisse Dinge ablaufen, die den schönen Schein in ein ganz neues Licht setzen, woraufhin er zu neuer Form aufläuft und schließlich auch die apathischen Dorfpolizisten, speziell seinen Partner Danny, im resultierenden Kugelhagel und urkomischen Gemetzel - inklusive unerwarteter Splatter-Einlagen - aus der Apathie reißt.
Damit ist "Hott Fuzz" auf der einen Seite eine ätzende Satire auf scheinheiliges Spießertum und Doppel-Moral, die Ansätze gnadenlos auf die Spitze treibt, die viele wiedererkennen könnten, die mal auf dem "unschuldigen" Land gelebt haben oder noch leben.
Auf der anderen Seite steht die Cop-/Buddy-/Action-Film-Parodie, die schon fast alleine dadurch wirkt, dass in der zweiten Hälfte des Films ein für Hollywood-Hochglanz-Produktionen typisches Action-Feuerwerk ins ländliche England transplantiert wird: Dadurch werden diejenigen Absurditäten hervorgehoben, die man durch die jahrzehntelange Gewöhnung an ganz ähnliche Abläufe in einer US-urbanen Szenerie (sei es nun Los Angeles, New York oder Miama) kaum noch wahr nimmt. Daher gibt es auch einen Punkt, im dem der Film selber ganz eindeutig zeigt: Ab hier tun wir auf keinen Fall mehr so, als würden wir eine in der Wirklichkeit mögliche Geschichte zeigen, sondern ab hier ist allen klar, dass dieser Film ein Film ist (ohne allerdings an diesem Punkt die intradiegetische Ebene zu verlassen), und in einem Film müssen jetzt bestimmte Dinge passieren - und diese werden passieren. Und wie.
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