30.09.2007

Holger Röder, Bethanienkirche, München, 28.9.2007

Einiges gelernt letzte Woche, z.B. dass "Trümmer, die" die Mehrzahl von "Trumm, das" ist, was wohl soviel wie "großes Ding" bedeutet. Jetzt mal ehrlich: Wem von Euch ist das Wort "Trumm" schon einmal in freier Wildbahn über den Weg gelaufen? Mir bis zur SPIEGEL-Titelgeschichte diese Woche jedenfalls nicht.

Auch gelernt: Das Piepen meiner Digital-Kamera ist verteufelt laut. Zumindest in einer kleinen Kirche, selbst einer ordentlich gefüllten. In einer solchen fand nämlich das Gong-Konzert des Nekropolis-23-Schlagzeugers Holger Röder am Freitag statt, der dort - ganz Show-Man - nicht nur (natürlich) seine Gongs, etwas Percussion-Arsenal, Teile seiner Lichtanlagen, sondern sogar die Plastikpalmen-Dekoration aus seinem Probenraum aufgebaut.

Yep, Gong-Konzert. Klingt potentiell dröge. War's aber erstaunlicherweise gar nicht. Natürlich ging's vergleichsweise meditativ zu. Aber jeder der Gongs hatte seine eigene Klangcharakteristik, und jenachdem, wo er wie angeschlagen oder gestreichelt wurde, klangen die Gongs sehr untschiedlich, jenachdem, wie lange sie schwingen gelassen wurden, ergaben sich neue Oberton-Strukturen, erst recht, wenn verschiedene Gongs gleichzeitig erklangen. Wirklich schön: Durch die Reduktion der musikalischen Ereignisse blieb genug Zeit, die Eigenheiten jedes einzelnen davon zu erkennen und auf sich wirken zu lassen. Schade (wirklich!), dass ich wegen anderweitiger Verpflichtungen nicht bis zum Ende bleiben konnte.

Kommentare

Hmm, also mir läuft das Wort Trumm durchaus häufiger mal über den Weg, bevorzugt in der Form Mordstrumm (sehr gerne verwendet v.a. für große Maschinen und Steine sowie dicke Menschen ;) ). Scheint da wohl starke regionale Unterschiede zu geben bezüglich der Verwendung. Das Trümmer der Plural davon ist, wusste ich aber wiederum nicht - hätte man sich aber eigentlich denken können.

In meinem Wörterbuch von Bertelsmann ist zu lesen, dass die Bezeichnung "Trumm" für "großes Stück, Brocken" im süddeutschen bzw. österreichischen Raum Verwendung findet. Wie kann diese Bezeichnung im Fall von Ecki denn in solch nördliche Gefilde durchsickern? Also sozusagen bis in den äußersten Zipfel von Südfriesland.

Wahrscheinlich genauso wie Wörte wie Schokolade, Kotau oder Taifun - alles merkwürdige Worte aus exotischen Gegenden. ;)

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