Höhlenbau
Wat is'de Prog? Da stelle ma uns mal janz dumm, und sagen:
Prog ist vor allem, wenn es sich wie Prog anfühlt.
Zwar gibt es "objektive" Kennzeichen, die in entsprechender Konzentration darauf hindeuten, dass etwas Prog sein könnte, und an anderer Stelle mehr oder weniger lang und weniger oder mehr breit ausgeführt werden.
Wenn Musik sich wie Prog anfühlt und die entsprechenden Signalwirkungs-Merkmale hat: Bingo, alles im grünen Bereich. Wenn Musik zwar Anfürsich-Prog-Eigenheiten aufweist, sich aber nicht wie Prog anfühlt, knirschen wir mit den Zähnen und versuchen, das malmende Gebiss in ein tolerantes, weltoffenes Lächeln übergehen zu lassen: "Na gut, dann isses halt Prog".
Damit kommen wir zu den Mystery Jets und deren Debütalbum "Making Dens". Zur Erinnerung: Folgendes schrieb die "Times" über die "Mystery Jets":
But they sound like a prog primer — or, if you prefer, a shopping list of all that has been best about the best rock music trends of the past 30 and more years. There’s Yes in there, and early Roxy Music and Pink Floyd circa Dark Side of the Moon and a lot of King Crimson, as well as the jingly-jangly indie sound that will get the band past a lot of mental blocks.
Come again? Yes? Pink Floyd? "A lot of" King Crimson? Wo bitte? Erst recht "Prog primer": Weder fühlt sich "Making Dens" wie Prog an, noch weist es - evtl. bis auf ein (in Worten: ein) Stück, und selbst dort nur mit halb zugekniffenem Auge, nämlich "Zootime" - typische Prog-Elemente in größerer als Spurenelemente-Konzentration auf (übrigens im Gegensatz zu den anderen im zitierten Artikel erwähnten Gruppen "Mew" und "Pure Reason Revolution").
"Roxy Music" und "jingly-jangly indie sound": Damit kommt man der Sache näher, ebenso damit, dass bei last.fm eine der mit den "Mystery Jets" verbundenen Hörergruppen "Glamorous Indie Rock and Roll" heißt.
Natürlich heisst "nicht-prog" nicht "nicht-gut" (als ob man dies immer und immer wieder erwähnen müsste; aber sicher ist sicher. Vielleicht ein weiterer interner Prog-Lackmus-Test: Prog sei, wenn man etwas gut findet, weil man die archetypischen Prog-Helden mag. Eher ein Hinweis auf Non-Prog ist, dass man etwas gut findet, obwohl man die archetypischen Prog-Helden mag).
Fürs Protokoll also: Schlecht ist "Making Dens" auf seine Art und Weise nicht. Aber auch nicht sonderlich aufregend. Auch im "jingly-jangly indie sound"-Bereich gibt es sicher spannenderes.
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Kommentare
> Auch im "jingly-jangly indie sound"-Bereich gibt es sicher spannenderes.
Gut, aber was ist denn "jingly-jangly indie"?
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