26.03.2007

Hellwacher Kanon

Canon, ein weiterer Name, den ich über einen Google-News-Alert aufgeschnappt habe - und ein weiterer legitimer Eintrag in die Liste derjenigen Gruppen, die im 21. Jahrhundert die Modernisierungsfähigkeit des Progressive Rocks bezeugen (ein Phänomen, das ich inzwischen mit NuProg bezeichne). Auch Canon schlagen auf "Wide Awake" die Brücke zwischen Indie-Rock und Prog, allerdings mit stärker akustisch wirkenden, verspielten Arrangements, gerne auch mal ergänzt durch Streicher, als andere Proponenten dieser Richtung.

Trotz der immer wieder nach Radiohead-Art schwer nöligen Art des Gesangs (die ich an sich hasse), versinken die Kalifornier nicht in Dauergejammer, sondern zücken gelegentlich auch mal den Hymnenhammer oder ein arg angeschrägtes Gitarrenriff - Gottseidank nicht immer dann, wenn man es erwartet. Angst vor der großen Geste, wie ich sie bei Kante bemängele, haben sie jedenfalls nicht - gottseidank, denn es tut gut, auch mal eine Band zu hören, die sich gelegentlich an quasi-barocken Gesangslinien versucht, das ganze in ein Rockband+Streicher-Arrangement verpackt und trotzdem nicht prätentiös klingt. Dabei hilft auch, dass Canon ihre Stück fast sämtlich zwischen zwei und vier Minuten halten, was fast allen Vermutungen von "Größenwahn" den Wind aus den Segeln nehmen dürfte und in einem deutlich proggeprägten (wobei sich Canon auch nicht deutlich heraushörbar an der ein oder anderen großen Gruppe des Genres orientieren) Umfeld erfrischend ist.

Canon sollte man im Auge behalten.

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