17.06.2004

Harry Potter and the Prisoner of Azkaban

Letzte Woche waren wir übrigens in Harry Potter and the Prisoner of Azkaban. Ich gebe es zu: ich gehöre zur Lemming-Horde, die die Bücher sehr schätzt, und ich habe auch alle bisherigen Filme gesehen. Von diesen war der dritte wohl des Beste: die Verfilmung folgt wie Teil 1 und 2 relativ streng (bis auf die vielen Kürzungen, siehe unten) der Romanvorlage. Nur das dieses Mal die Bilder weniger Hollywood-beliebig waren. Vor allem die eröffnende Muggle-Sequenz war sehr rauh und "krass" inszeniert, wohl um den Kontrast des schnöden Alltags zur magischen Welt von Diagon Alley und Hogwarts zu erhöhen. Der Rest des Films war dann etwas konventioneller, aber dennoch düsterer als bisher gewohnt, ganz der Tendenz der Bücher entsprechend.

Sauer aufgestossen sind mir zweierlei Dinge. Manche der CG-Effekte wirkten ziemlich zusammengeschustert, vor allem der Werwolf und die Patronus-Beschwörungen. Ausserdem wirkte der Film ab dem Eintreffen in Hogwarts ziemlich gehetzt. Es wurde relativ atemlos die Haupthandlung durchgejagd, Nebenstränge aus dem Buch ignoriert oder auf zwei Halbsätze reduziert. Auf die Nebenhandlungen kann ich im Film verzichten, aber auch die eigentlich Story kam kaum einmal zu Atem und manches, insbesondere Hermiones Zeitreise-Tool wirkte wohl sehr unvermittelt, wenn man das Buch nicht kennt. Der Film hätte auch ohne Schaden eine halbe Stunde länger sein könnnen. Aber das kann man dem angepeilten jungen Publikum wohl nicht zumuten. Hoffen wir, dass die Filme genauso wie die Bücher und deren Leser auch immer erwachsener werden.

Randbemerkung: die gleitende Art der Dementors und ihre zeitlupenartigen Bewegungen haben mich sehr stark an Joss Whedons Gentlemen in der Buffy-Folge "Hush" erinnert.

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