30.06.2007

Godmonster of Indian Flats

Schafe sind in der Regel keine gefährlichen Kreaturen. Daher gibt es wohl auch nicht allzu viele Schafmonster-Filme. Aber Achtung: "Nicht allzu viele" ungleich "keine". Immerhin wird das Fantasy Filmfest 2007 von dem allenthalben hochgelobten neuseeländischen (klar, woher sonst?) Zombie-Schafe-Feature "Black Sheep" eröffnet werden - ein willkommener Anlaß, sich mit einem der wenigen weiteren Schafmonster zu beschäftigen:

Es tanzt mit Hippie-Mädchen, es verschreckt kleine Kinder, das unglaubliche, fantastische, grauenerregende, verstörende "Godmonster of Indian Flats"!

Weiß der Teufel, was sich Autor und Regisseur Fredric Hobbs zu sich genommen hatte, als er "Godmonster of Indian Flats" schrieb und drehte - Kamillentee war's jedenfalls nicht. Normalerweise versuche ich, längliche Inhaltsangaben zu vermeiden, aber in diesem Fall kann man den Irrsinn wohl kaum besser kommentieren - wobei ich etliche kaum minder erwähnswerte Nebenstränge und -szenen (wie z.B. den fett-apathischen Sheriff, der an einem totalen elektronischen Überwachungssystem für die Stadt arbeitet...) noch weglassen muss.

Also: Giftige Dämpfe (im Film gibt's eine ausführlichere über-krude pseudowissenschaftliche Erklärung vom filmeigenen Mad Scientist) lassen ein unschuldiges Schaf einen mutierten Embryo gebären - ein Ereignis, das im Film mit deliriösen, surrealen Bildern zelebriert wird, die auch den Rausch des Schafhirten Eddie spiegeln, der sich inmitten seiner Herde niedergelegt hat. Zufällig fällt der Embryo dem Prof. Clemens auf, der sofort erkennt, dass dieses mit seinen Forschungen zu den Visionen und Schreckensgeschichten der örtlichen Minenarbeiter vergangener Zeiten handelt. Zusammen mit seiner Assistentin Mariposa und Eddie schafft Clemens den Embryo in sein Labor, wo er langsam aber unaufhaltlich wächst.

Währenddessen versucht der Farbige Barnstable im Auftrag des Moguls Mr. Wright den Einwohnern des idyllisch restaurierten Western-Städtchens Virginia City Land abzukaufen, damit die alten, inzwischen verlassenen Minen weiter ausgebeutet werden können, was beim diktatorischen Bürgermeister Silverdale und den Einwohnern auf wenig Gegenliebe stößt - so wenig, dass sie nach ein wenig hin und her in seltsamen Intrigen Barnstable sogar bei Nacht und Nebel zu lynchen versuchen, wovor er aber von der lokalen Puffmutter mit Herz (und Hobby-Wahrsagerin) Madame Alta errettet wird.

Im resultierenden Chaos entkommt das Schafmonster, inzwischen skelettschädelig, schwer zottelig und gut zwei Meter groß. Es verbreitet kurz Angst und Schrecken (speziell unter picknickenden Kindern), wird aber von einem Trupp Cowboys lassomäßig eingefangen und von Bürgermeister Silverdale dazu auserkohren, die nächste große Touristenattraktion von Virginia City zu werden. Aber nachdem die Bürger erfahren, dass Silverdale hinter ihrem Rücken ihr Land auf eigene Faust an Wright verkauft hat, gibt es einen Aufstand, den auch der irre-ekstatisch deklarierende Bürgermeister nicht abwiegeln kann, und alles mögliche Zeug wird brennend auf die örtliche Müllkippe geworfen. Das ganze ist übrigens ganz ähnlich inszeniert, wie die Geburtsszene vom Anfang - wohl kein Zufall. Film zuende.

Tja. Das wirklich erstaunliche ist aber weder, dass sich jemand dies ausgedacht hat, noch, dass darauf tatsächlich ein Film wurde, sondern vor allem, dass dieser Film zwar im Großen und Ganzen Z-Qualität hat, aber offensichtlich vergleichsweise aufwändig hergestellt wurde. Im Gegensatz zu vielen B-Movies gibt es fast nur Außendrehs, dutzende Sprechrollen und es werden haufenweise Komparsen eingesetzt. Wer zum Teufel hast soetwas finanziert? Seltsam, sehr, sehr seltsam.

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