Get Hustle & Nichts, Kafé Kult, München, 14.9.2007
Gestern war's wieder einer der Abende, die mir bewusst machen, warum ich das Kafé Kult so schätze. Leider sehen das anscheinend nicht allzu viele Münchner ähnlich, denn wieder einmal waren nur um die 20 Zuhörer anwesend. Ich für meinen Teil bin dankbar, dass es einen Laden gibt, der Gruppen wie "Get Hustle" auftreten lässt.
Aber schon die erste Band des Abends, Nichts, war sehr spaßig. Die neue deutsche Welle lebt. Agiler Kontrabass, erstaunlicherweise kaum nervendes elektronisches Standschlagzeug, scharf-funkige Gitarre und überkandidelter Gesang mit deutschen Texten, mit punkiger Energie, aber mit Groove. Sehr hübsch, und die gut 35 Minuten, die der Auftritt dauerte, durchaus mitreißend.
Seltsamer wurde es dann mit "Get Hustle". Wenn mich jemand fragte, ob ich mir Konzert der Band aus Portland gefallen hat, weiß ich nicht, ob ich ja sagen würde. Genossen habe ich es aber: Bis zum Anschlag, ja darüber hinaus verzerrtes, rückkoppelndes, böses E-Piano, fast ausschliesslich in tiefen Lagen gespielt und durch ein altertümliches Tonbandgerät gejagt, unnachgiebiges, hardcore-mäßige Schlagzeuggeknüppel und dazu affektierter weiblicher Pseudo-Gesang nach Bluesröhren-Manier. Wie gesagt: Seltsam. Aber feine Sache.
Leider verkauften "Nichts" genau das (das Album "Fremdschämen" kommt erst noch), und "Get Hustle" neben T-Shirts nur eine selbst gebastelte Tour-EP namens "Down from the Clouds", diese aber für freundliche 5 Euro. Auf Tonträger wirkt die Musik dankenswerterweise etwas differenzierter als der Live-Krach, und man hat in den Studio-Aufnahmen tatsächlich den Eindruck, als ob die Sängerin doch in der gleichen Tonart wie das Piano singen kann, was live nicht unbedingt der Fall war. War aber fast egal, der Gesang hätte auch bei getroffenen Tönen schwer genervt, was er wohl auch soll. Ich persönlich fände es aber sogar besser (und auch ausreichend), wenn die Band im Duo spielen würde. Die instrumentalen Passagen hatten durchaus eine ähnlich düstere Wucht, wie ich sie von Guapo live kenne, in einer Passage wurde es sogar schwer trance-artig, fast krautig. Davon könnte ich mehr vertragen.
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