05.08.2005

George A. Romero's Land of the Dead


The two things that matter the most to me: emotional resonance and rocket launchers. Party of Five, a brilliant show, and often made me cry uncontrollably, suffered ultimately from a lack of rocket launchers. (Joss Whedon)

Whedons Versuch, "emotionale Resonanz" und Raketenwerfer zu kombinieren, war nach eigener Aussage die Doppelfolge "Surprise"/"Innocence" in der zweiten Staffel von "Buffy the Vampire Slayer". Analog könnte man George Romeros Zombie-Filme als den Versuch bezeichnen, sozialkritische Beobachtungen mit Zombies, Eingeweiden (und Raketenwerfern!) zu kombinieren.

Land of the Dead spielt in einer Welt, die eigentlich aus drei Welten besteht. Zombies haben den Großteil des Landes übernommen (außer einigen Voiceovers über der Titelsequenz aus fiktiven Nachrichtenmeldungen wird dafür keine weitere Erklärung oder Vorgeschichte geliefert, aber schließlich gibt es "Night of the Living Dead", "Dawn of the Dead" und "Day of the Dead"). Nur in einer durch Flüsse und Zäune begrenzten Enklave besteht eine menschliche Stadt weiter, die ihrerseits wieder in einen verarmten proletarischen Teil und den Luxusturm "Fiddler's Green" aufgeteilt ist, den die Reichen, also Mächtigen (vor allem ein Obermotz namens Kaufman - sic!) bewohnen. Dabei wird immer wieder angedeutet, dass die Reichen ebenso in einem Käfig innerhalb des menschlichen Bereichs sitzen wie die Menschen insgesamt innerhalb der von Zombies beherrschten Welt.

Von den Menschen werden die Zombies zwar als bedrohlich wahrgenommen, aber letzten Endes nur als Zielscheiben, bestenfalls als makabre Jahrmarktsattraktionen behandelt. Erst als die Zombies, die in früheren Filmen als - vom Fresstrieb abgesehen - willen- und geistlose Untote dargestellt wurden, planvolles Handeln und Kommunikation (wieder)entwickeln und sich also organisieren können, gelingt es ihnen, die menschliche Enklave aufzubrechen und damit auch den Turm der Reichen zu stürzen.

Natürlich ist dieses Szenario nicht gerade subtil. Aber wer "Land of the Dead" auf spritzendes Hirn, quellende Eingeweide, abgenagte Knochen, edle Helden, komische Sidekicks und - mal wieder - Dennis Hopper als Oberbösewicht reduzieren wollte, griffe ebenso zu kurz. Und so kann sich der Kinobesucher an dem Gedanken weiden, eben mehr als nur Gore (wenn auch kaum Grusel) und handfeste Action in einem durchaus sehenswerten, aufwändig produzierten und gut photographierten Film serviert bekommen zu haben.

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