Flash, uaaaaaa
"Hier entsteht geilste Tonträger-Abteilung der Stadt": das verspricht der Saturn in der Nähe des Stachus. Das werde ich bei Gelegenheit mal testen, wobei ich nicht sicher bin, ob man unter einer "geilen" Tonträgerabteilung auch eine "gute" verstehen muss... Bis dahin ist der Saturn eine Baustelle. Der alte CD-Bereich wird entrümpelt, und jede Menge CDs sowie LPs werden verschleudert.
Leider hat ein - zugegebenermassen eher oberflächliches - Stöbern meinerseits nur Schrott in den lieblos gestapelten CD-Kisten zutage gefördert. Aber ganz ohne zu stöbern habe ich aber direkt nebenan eine auch ohne Entrümpelungsbonus mehr oder weniger spottbillige DVD-Box gefunden, der ich beim besten Willen nicht widerstehen konnte: 4 DVDs voll mit Flash Gordon! Und zwar nicht dem nicht ansatzweise ausreichend trashigen Spielfilm-Flash von 1980 mit der Musik von Queen, sondern die komplette Reihe von schwarzweissen Leinwand-Kurzfilmen (4 Serien mit jeweils 7-8 Folgen à ca. 30 Minuten) aus den 30er Jahren: SciFi-Groschenheftchen in Zelluloid.
Uaaaaaa, das ist so übel. Grandios übel! Und ungeheuer witzig. Die käsigen Kostüme und Bauten sowie die - à propos Käse - mehr oder weniger nur von Logiklöchern zusammengehaltenen Stories gehören natürlich einfach dazu und machen den Charme der Sache aus.
Das Beste ist aber das Benehmen der Titelfigur. Nun gut, als Actionheld wird man meist nicht für's Denken bezahlt, aber wenn die erklärten Widersache meines eigenen Feindes gerade eben jenen ins Visier nehmen und mit einer Raumschiffflotte angreifen, dann setze ich mich doch nicht in mein Raumschiff und blase die Feinde meines Feindes in Stücke... Naja, wahrscheinlich hat Flash bei seinen ständigen Kämpfen mit Affen-, Löwen- und Hai-Menschen einen Schlag zu viel auf den Kopf bekommen. Das könnte auch seinen Umgang mit der unvermeidlichen Blondine an seiner Seite erklären: wenn diese nicht wimmernd mit vor's Gesicht geschlagenen Händen in Gefahr ist, schubst Flash Gordon sie rum, pöbelt sie an und stösst sie aus Flugzeugen. Naja, als die Helden noch blond, hünenhaft und draufgängerisch, die Überbösewichte noch dunkelharig-spitzbärtig, mickrig und hinterhältig waren, war wohl einfach keine Zeit für Emanzipation auf der weiblichen und Charme auf der männlichen Seite.
Übrigens scheint eine weitere Kinoverfilmung der Flash Gordon Comicstrips geplant zu sein, diesmal vom Regisseur von Van Helsing, der damit für sein Popcorn Lite-Actionkino den idealen Popcorn Lite-Stoff gefunden haben dürfte... Ich werd's mir auf jeden angucken, wenn's soweit ist :-)
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