Flash Point
"Flash Point" ist ein weiterer Film von der gleichen Crew, die uns bereits "SPL" und "Dragon Tiger Gate" brachte, wobei "Flash Point" viel eher mit ersterem als letzterem vergleichbar ist: Auch hier handelt es sich um einen Polizisten-Film im (fast - die Geschichte spielt kurz vor der Rückübergabe an China) aktuellen Hong Kong, der den Kampf eines Polizisten gegen eine Gangster-Gruppe beschreibt.
Ma Jun (gespielt von Donnie Yen) spielt einen Detective mit einem leichtem Gewaltproblem, dessen Partner Wilson undercover eine von drei Brüdern angeführte Gang infiltriert hat. Natürlich - sehr originell ist die Geschichte nicht - fliegt Wilsons Tarnung auf, und als er als Zeuge gegen die Brüder aussagen soll, setzen diese alles daran, in aus dem Verkehr zu ziehen - was wiederum Ma Jun verhindern muss und vor allem auch will.
Wie gesagt: Nicht gerade ein außergewöhnlicher Plot. Trotzdem ragt "Flash Point" aus dem üblichen Polizistenfilme-Brei aus mehrerlei Gründen heraus:
Zum einen wegen der wieder polierten Hochglanzoptik: Eine atemberaubende Einstellung mit intensiven Farben und viel Tiefenschärfe jagt die nächste, auch wenn "Flash Point" optisch nicht ganz so eindrucksvoll ist, wie es "SPL" und erst recht "Dragon Tiger Gate" waren.
Zum anderen wegen seines Aufbaus: Zu Beginn besteht "Flash Point" aus fast impressionistisch wirkenden Geschichten-Tupfern, einer Abfolge von Szenen, die jede für sich nicht sehr viel Sinn zu ergeben scheinen, aber in ihrer Gesamtheit doch die Figuren-Konstellationen und die Grundgeschichte einführen. Mit zunehmender Laufzeit wird die Erzählweise immer stringenter und griffiger, was zum dritten Grund hinführt:
Der abschließenden großen Kampfszene zwischen Donnie Yen und Collin Chou. Zwar gibt es bereits zuvor in "Flash Point" einige nette Action-/Martial-Arts-Momente, aber keine allzu ausgedehnten und auch bemerkenswerten. Der mehrminütige Schlußfight allerdings ist grandios, mit aufstöhnen lassender, intensiver Direktheit und Härte, fern von jedem schwerelosen Ballett, sondern schlicht brutal, aber trotzdem virtous geführt. Mir scheint, "Ong-Bak" hat wirklich bleibende Spuren in der modernen Martial-Arts-Filmwelt hinterlassen. Und wie schon in "SPL" wird sich nicht nur mit "klassischem" Kung Fu duelliert, sondern es kommen auch ausgiebig Wurf- und Würgetechniken zum Zug (Jiu Jitsu vielleicht?) Für Martial-Arts-Fans ist "Flash Point" alleine deshalb schon eine Empfehlung wert - wenn ihnen ein YouTube-Video nicht ausreicht:
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