09.06.2006

Flachrate

Kommt's mir nur so vor, oder gibt es im deutschen Sprachraum eine nicht mehr kleine Flatrate-Flut? Und das bei einem dermaßen zum Schütteln hässlichen Wort, zumindest wenn man den deutschen Sprachrahmen nimmt, Flahtrahte.

Am Anfang war die Internet-Flatrate: Beliebig lange online sein für einen festen monatlichen Betrag. Plötzlich schwappten Telefon-Flatrates für's Festnetz und den Mobilfunk über uns, mit Begriffen wie Kultur-Flatrate oder Gesundheits-Flatrate wurde endgültig das Reich des Surrealen erreicht. Was als nächstes? Wird der Jahresbeitrag in der Bibliothek zur Bücher-Flatrate? Schließlich gibt bereits DVD-Flatrates bei den diversen Verleihern. Das gute alte deutsche "All-you-can-eat-Buffet" wird wohl zur Fress-Flatrate mutieren, und Lohn ohne Überstundenausgleich zur Arbeits-Flatrate, die GEZ-Gebühren zur Rundfunk-Flatrate.

Dabei ist die schlimmste aller Flatrates noch nicht einmal unter diesem Namen bekannt: Die WM-Flatrate. Zu einem festen Preis, nämlich nichts, bekommt man soviel Weltmeisterschaft, wie man vertragen kann. Kein Blick in Tageszeitung oder Magazin, kein Blick ins Fernsehen und kein Einschalten des Radios, kein Gespräch unter Kollegen oder im Freundeskreis, bei dem man an der Fußball-Weltmeisterschaft vorbeikäme. Sogar hier, in einem Beitrag über Flatrates: qed.

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Weitere aktuelle Beiträge

Audio-Beiträge

Bildergalerien