01.08.2007

Fantasy Filmfest 2007: Shadowboxer

Die Beschreibung von "Shadowboxer" im Programmheft des Fantasy Filmfest klang ziemlich witzig - deutlich witziger, als es der Film dann war. "Shadowboxer" ist eher langsam und ruhig, mehr edel photographierte Charakterstudio als bizarre Gangsterposse. Dagegen ist an sich nichts einzuwenden. Wenn man denn einen Zugang zu den Figuren der Geschichte findet. Leider gestaltet sich genau das schwierig, denn dafür ist die Grundkonstellation des Films wieder zu seltsam.

Wenn eine der Hauptfiguren eine weiße, alternde, ketterauchende Auftragsmörderin ist, die außerdem langsam ihrem Krebsleiden erliegt, ihr dunkelhäutiger halb so alter Geliebter und Killer-Partner gleichzeitig eine Art Stiefsohn von ihr ist, dessen Vater, ihren früheren Geliebten, sie vor den Augen des damals kleinen Jungen erschossen hat, und dieses ungleiche Paar bei einem Auftrag das designierte Opfer nicht erschießt, da dieses schwanger ist und vor den Augen der Killerin das Fruchtwasser platzt und sie deshalb lieber beim Entbinden hilft, wenn anschließend die Auftragsmörder die junge Mutter zu sich nehmen und vor dem Auftraggeber beschützen, nämlich deren Mann, einem skrupellosen Gangsterboss - dann täte man gut daran, eher auf die offensichtliche Absurdität der Situationen und Personenkonstellationen mit viel komischem Potential zu setzen, als daraus ein elegisches Drama zu machen.

Denn wer zur Hölle soll sich mit solchen Fantasiecharakteren identifizieren oder sich ernsthaft für deren Schicksal interessieren? Ich zumindest nicht. Daher war "Shadowboxer" eine Enttäuschung, wenn auch wegen der im Allgemeinen sehr guten Machart kein Total-Flop.

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