Fantasy Filmfest 2005: Survive Style 5+
Mein persönlicher Auftakt zum diesjährigen Fantasy Filmfest war mit Survive Style 5+ seltsam, wie es sich gehört. Survive Style 5+ hat fünf verwobene Handlungsstränge, aber eigentlich keine Handlung, besser: keine zielgerichtete Geschichte, nur fragmentarische Geschichten:
1: Eine Werbefachfrau, sammelt auf ihrem Diktiergerät Ideen für absurde Werbespots, die teilweise bildlich im Film vorgeführt werden, und beauftragt einen Mord an einem ehemaligen Liebhaber, einem Hypnotiseur.
2: Ein namenloser Mann bringt immer und immer wieder seine ebenso namenlose, atemberaubend hübsche, stumme und wundersam gewalttätig-brutale Ehefrau um (den Grund dafür erfährt der Zuschauer nie), begräbt sie, kommt noch Hause und findet seine Frau scheinbar quicklebendig wieder vor, bis auch er in seiner Not professionelle Hilfe herbeiruft.
3: Ein braver Ehemann und Vater hält sich nach einer geglückten Hypnose für einen Vogel; leider wird der Hypnotiseur umgebracht, bevor er die Hypnose wieder aufheben kann, und zwar von
4: einem aus England eingeflogenen Profikiller mit philosophischer Ader ("Now, what is your purpose in life?"), während
5: drei adoleszent-alberne Einbrecher in das Haus der von der Hypnose betroffenen Familie eindringen.
Die fünf Fäden und die darin verwickelten Personen berühren sich noch auf vielfache weitere Weise, meist über den von Vinnie Jones als philosophischen Proll eindringlich verkörperten Auftragsmörder, ohne dass allerdings dabei ein Gefühl der echten Zwinglichkeit entsteht.
Aber das ist bei diesem Film auch nicht weiter wichtig, denn seinen Unterhaltungswert bezieht Survive Style 5+ hauptsächlich aus den immer wieder überaus seltsamen humoristischen Situationen und den grandiosen, wirklich, wirklich fantastischen Kulissen. Dabei handelt es sich nicht um aufwändig hergestellte Kunstwelten, sondern einfach um mehr als sorgsam und mit unglaublich viel Detailfreude eingerichteten Wohnungen der Protagonisten, mit thematischen Zimmern, die mit allem denkbarer Deko und Ramsch aus den Sechziger und Siebziger Jahren vollgestellt, bemalt und beklebt sind. Alleine dies sorgt für eine reichlich surreale Atmosphäre, zu der leichte fantastische Elemente und bizarre Charaktere kommen.
Trotzdem ist "Survive Style 5+" keine reine stilistische Fingerübung, sondern in all dem Einrichtungs- und Bilderrausch finden sich immer wieder geradezu anrührende Momente, etwa rund um den Vogelmann und seine Familie oder die wiederentdeckte Zärtlichkeit zwischen Ehemann und Ehefrau, die schließlich doch in der Katastrophe endet.
Seltsam, aber gut. So kann das Festival für mich weitergehen, wobei jetzt schon klar ist, dass mit "Godzilla: Final Wars" von Ryuhei Kitamura am Montag meine nächste Station eine deutlich anderen Ausrichtung haben wird...
Weitere aktuelle Beiträge
- 08.02.2009 - 13:36
- 04.02.2009 - 10:11
- 20.01.2009 - 16:49
- 14.01.2009 - 14:21
- 11.01.2009 - 16:42
Audio-Beiträge
- 24.11.2008
- 24.10.2008
- 23.07.2008
- 01.06.2008
- 08.04.2008
Bildergalerien
- 11.01.2009
- 12.11.2008
- 16.10.2008
- 30.09.2008
- 15.09.2008
Kommentare
Kommentar hinzufügen