Fantasy Filmfest 2005: Godzilla: Final Wars
Bevor jemand den Verdacht bekommt, dass das ProgBlog zum FilmBlog mutiert: manchmal lässt sich beides verbinden. Wie etwa gestern im japanischen Jubiläums-Godzilla auf dem Fantasy Filmfest. Den Filmmusik stammt nämlich von niemand anderem als Keith Emerson höchstselbst. Nicht, dass man das hätte wirklich heraushören können. Viele der technoiden Passagen waren dafür zu 08/15, und meist krachten und wummerten die Geräusche kollidierender Monstermutanten und zu Staub zerbröselnder Hochhäuser dermaßen laut, dass man sich die Musik hätte sparen können. Lediglich die Abspannmusik stammte eindeutig und unverkennbar aus der ELP-Schule.
Aber wen kümmert auch die Musik, wenn MAN IN SUIT! MAN IN SUIT! MAN IN SUIT!
Nicht, dass ich in diesen Schlachtruf der Gojira-Jünger bisher hätte einstimmen wollen. Zwar erinnere ich mich natürlich an alberne sonntagnachmittägliche Schlachten von Gummimonstern in Pappkulissen auf RTL II oder Kabel 1 mit ständigen Gegenschnitten zu hilflos dreinschauenden Menschengesichtern, aber aktiv verfolgt habe ich den Kult nie. Trotzdem war "Godzilla: Final Wars" ein Fantasy Filmfest-Pflichttermin, schließlich führte der auf diesen Seiten bereits mehrmals besprochene Ryuhei Kitamura Regie.
Und ein spaßiger Abend war es! Wie es sich für eine 50 Jahre-Godzilla-Feier gehört, wurde das Gummimonster gleichermaßen nostalgisch wie augenzwinkernd mit einer Parade alter Gegner gefeiert, angereichert durch Aliens, Wire Fu Martial Arts und einen Haufen Anspielungen. Da wäre etwa die unwahrscheinlich blutjunge, bildhübsche Biologin, die von einer der Hauptfiguren mit den Worten "You look more like a model, not like a biologist!" begrüßt wird. Oder die plötzlich und unerwartet in Freiheit befindlichen Gefangenen der Aliens, die auf das Erstaunen der Kameraden lakonisch mit "I guess we could free ourselves somehow" (oder so ähnlich) reagieren.
Neben Anspielungen an die Godzilla-Historie glaube ich auch kleine, spöttische Verbeugungen gegenüber "Jurassic Park" und - unvermeidbar - "Matrix" erkannt zu haben. Den meisten des regelmäßigen Szenenapplauses gab es allerdings für die Konfrontation zwischen der toho'schen Man in Suit-Echse und dem Emmerich'schen CGI-GINO ("Godzilla In Name Only", so der Fan-"Ehren"-Titel der titelgebenden Figur der 1998er US-Verfilmung), der von Godzilla in wenigen Sekunden abgefertigt wurde.
Monster (also Stuntmen in Monsterkostümen) machen Modellstädte auf dem ganzen Erdball platt, Menschen, Aliens und Mutanten steuern Raumschiffe, U-Boote und Flugzeuge, hauen sich gegenseitig auf die Birne, technobabbeln sinnfrei, liefern sich vollkommen unmotivierte Verfolgungsjagden, Godzilla macht Monster platt, Godzilla und Minilla verschwinden in den Sonnenuntergang: Wen kümmern da Logiklöcher, hölzerne Schauspieler und bewusst dilletantische Effekte? Mich nicht.
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