Exoten-TV (Teil 9: Texas hold'em)
Online-Poker-Anbieter gehören zu den schlimmsten Spam-Säuen im Internet; auch dieses Blog wurde vor einiger Zeit Zielscheibe einer Trackback-Spam-Attacke, bei der trotz philosophisch verbrämter Textinhalte agressiv für eine Poker-Variante namens Texas hold'em "geworben" wurde. Angesichts dieser mindestens unsympathischen Praktiken muss ich umso verschämter zugeben, dass ich die neuerdings im DSF laufenden Übertragungen genau dieser Poker-Variante fasziniert verfolge.
"Poker", das klingt nach Saloon, sprich Western, quasi Maverick, oder - fast besser noch - nach "The Sting", also zigarrenverqualmten Hinterzimmern und großen Bluffs elegant gekleideter Figuren mit gegelten Haaren. Die grell ausgeleuchtete und mit penetranter Sponsorwerbung verbrämte TV-Wirklichkeit im "immer weniger Sport"-Fernsehen ist zwar bei weitem nicht so romantisch, trotzdem macht es Spaß, Poker einmal in echt und in Farbe beobachten zu können - und dabei nebenbei immer wieder in verdaulichen Häppchen die Grundregeln erklärt zu bekommen. Denn ich muss zugeben: bei aller Saloon-Herrlichkeit war mir die Wertigkeit der einzelnen Blattvarianten bisher nicht wirklich klar. Allerdings wirkt gerade Texas Hold'em ziemlich überschaubar, was die Spielsituation angeht, da jeder Spieler nur jeweils zwei verdeckte Karten bekommt, anhand derer die ersten Einsätze gemacht werden, bis weitere Karten dann für alle sichtbar aufgelegt werden und das große Rätselraten über die Karten des jeweils anderen beginnt.
Trotzdem läßt sich dabei eine muntere Mischung aus Bluff, Hoffnung, Können und Glück beobachten, die umso vielfältiger gerät, als unterschiedliche Spielertypen am Tisch sitzen, was bei dem momentan übertragenen Turnier garantiert ist, da alte Tischspiel-Profis und -Semiprofis blutjunge Internetzocker gegenübergestellt werden, die es zum ersten Mal mit "leibhaftigen" Gegnern zu tun haben. Die Palette reicht vom bebrillten, milchgesichtigen Nerd über den feisten Barbesitzer über den aalglatten Latinlover bis zum jovialen Maurermeister. Natürlich ist dies alles Teil der Inszenierung des Veranstalters, aber das sind die spannenden Partien in Film und Büchern auch; und hier kann man dank Tischkameras auf jeden Fall allen in die Karten gucken und ist nicht den dramaturgischen Notwendigkeiten des Autors oder Regisseurs ausgeliefert, sondern allein Fortune, Risikobereitschaft und Können der Spieler.
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Kommentare
Das Spamschutz-Plugin für s9y hast Du installiert? Damit lässt sich schon Einiges im Voraus abfangen.
Die geheimen Fantasien des Udo G.
Poker in verrauchten Hinterzimmern, soso. ;-)
PS: Die Kasinoleute hatten mein Blog letztens auch heimgesucht. Da hilft wohl nur Löschen
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