Exoten-TV (Teil 8: Wonderfalls)
Manchmal rächt es sich, dass Rechner ein besseres Gedächtnis haben als ich. Irgendwann Ende Januar trudelte plötzlich eine E-Mail von amazon.com bei mir ein, dass meine Bestellung vom 2.November 2004 jetzt auf dem Weg zu mir sei. Huch? Was war das noch gleich? Ach ja: das "Wonderfalls"-DVD-Boxset.
"Wonderfalls" war eine wunderbare US-Fernsehserie, die nach nur vier ausgestrahlten Folgen vom erneut erstaunlich kurzsichtigen Sender Fox trotz allseits begeisterter Kritiker im Frühjahr 2004 abgesetzt wurde. Dank (u.a.) einer erfolgreichen Fankampagne (savewonderfalls.com) wurden aber alle 13 produzierten Episoden inklusive etwas Bonusmaterial auf ein 3-DVD-Set gepackt, das eben Anfang diesen Jahres endlich erschien. Ich hatte damals nur die Pilotfolge gesehen, die mich mit ihrem quirligen Humor allerdings ziemlich begeisterte, und angesichts der verschiedenen Verantwortlichen für die Serie war ein Kauf des DVD-Boxsets für obendrein weniger als 30$ keine echte Frage.
Das verriet mir amazon.com vor ein paar Wochen:
Customers who bought this DVD also bought:
* DVDs from The Angel Series.
* DVDs from The Buffy the Vampire Slayer Series.
* Dead Like Me - The Complete First Season DVD ~ Ellen Muth (Rate it)
* Firefly - The Complete Series DVD ~ Nathan Fillion (Rate it)
Das macht schon einiges klar. Co-Erfinder von "Wonderfalls" ist Bryan Fuller, der schon die von mir ebenfalls verehrte Serie "Dead Like Me" entwickelte. Co-Produzent ist Tim Minear, ehemals Joss Whedons Co-Produzent bei Angel und Firefly, zwei Mutant Enemy-Produktionen und damit per se Pflichtprogramm. Um die Verflechtungen perfekt zu machen: Jewel Staite (Kaylee in Firefly und mit einer Ein-Folgen-Gastrolle als Punk Grrl in "Dead Like Me") hat ebenfalls einen längeren Gastauftritt in "Wonderfalls".
"Wonderfalls" dreht sich um die junge Jaye Tyler, die trotz eines erfolgreichen Philosophieabschlusses und zum Entsetzen ihrer gesetzten und erfolgreichen Familie in einem "Trailerpark" lebt und als zynische, gelangweilte und misanthope Verkäuferin in einem Andenkenladen namens "Wonderfalls" an den Niagara-Fällen arbeitet. Eines Tages beginnen unvermittelt Tierfiguren um sie herum (Andenken, ausgestopfte Trophäen, Gefäße und Zeichnungen) mit Jaye zu reden und ihr kryptische Befehle zu geben, die ihr meist nahelegen, sich in das Leben der Menschen in ihrer Umgebung, manchmal auch Wildfremder einzumischen. Das Problem dabei ist bloß, dass die Anweisungen der Tierfiguren chronisch mehrdeutig sind und Jaye sie meistens nicht so versteht, wie sie gemeint sind, was sich aber erst im Laufe der Geschehnisse herausstellt und für jede Menge Verwicklungen sorgt.
Jayes widerwillige Rolle als Gutmensch, ihre Sorge, den Verstand zu verlieren, die Besorgtheit ihrer Familie und Freunde angesichts ihres bizarren Verhaltens und die mehr als merkwürdigen, undurchschaubaren Motive der Tierfiguren (welche "Macht" hinter den Anweisungen steht, wird übrigens nie geklärt) ergeben viel Situations- und Wortkomik. Ich weiss nicht, ob die Grundidee eine Serie mit mehreren Staffeln auf Dauer getragen hätte (wobei schon Story-Ideen für bis in eine dritte Staffel vorhanden waren...), für die vorhandenen dreizehn Episoden reicht's locker für unterhaltsame, gut geschriebene, intelligente Fernsehkost mit quirliger Kamera-Arbeit und faszinierenden Einfällen. Lediglich die vorletzte Folge kocht für meinen Geschmack etwas zu sehr im Saft eines unausgegorenen Mystizismus, während die allerletzte Folge den einzigen übergreifenden Handlungsbogen der ersten Staffel (Jayes Beziehung zu Barmann Eric) vielleicht etwas überhastet zum Abschluss bringt.
Weitere aktuelle Beiträge
- 08.02.2009 - 13:36
- 04.02.2009 - 10:11
- 20.01.2009 - 16:49
- 14.01.2009 - 14:21
- 11.01.2009 - 16:42
Audio-Beiträge
- 24.11.2008
- 24.10.2008
- 23.07.2008
- 01.06.2008
- 08.04.2008
Bildergalerien
- 11.01.2009
- 12.11.2008
- 16.10.2008
- 30.09.2008
- 15.09.2008
Kommentare
Kommentar hinzufügen