Exoten-TV (Teil 7: Veronica Mars)
Endlich habe ich es jetzt geschafft, mich nicht nur durch die erste Halbstaffel "Lost" zu schauen, sondern auch die ersten 10 Folgen von "Veronica Mars" mehr oder weniger am Stück zu geniessen.
"Veronica Mars" wird gerne als "Buffy ohne Übernatürliches" beschrieben, und damit bin ich alter Buffista schonmal per se interressiert. Tatsächlich gibt es einen Haufen Parallelen: die Serie läuft auf UPN, Hauptdarstellerin ist ein blondes, aber smartes und toughes Mädchen im High School Alter, die nach der Trennung der Eltern von einem Elternteil alleine erzogen wird. In der Schule ist sie durch Wesen und Berufung - nämlich das gezwungene Aufklären von Fällen - Aussenseiterin, obwohl sie früher Teil der Hipster-Gruppe war.
Aber nicht nur in inhaltlichen Äußerlichkeiten finden sich Ähnlichkeiten. "Veronica Mars" bietet so wie Buffy einen Haufen Sprachwitz, es gibt einen staffelübergreifenden Handlungsbogen, der durch von Woche zu Woche wechselnde Einzelepisoden aufgelockert wird, und vor allem: den Hauptdarstellern wird einiges zugemutet. Kaum hat - Achtung, Spoiler - Veronica nach jede Menge Trauma einen netten, sympathischen Typen gefunden, erweist sich dieser als doch nicht ganz so nett und sympathisch, und Veronica Mars wird ebenso wie dem Zuschauer der Boden unter den Füßen weggezogen. Und einer der als Ekel gezeichneten Antihelden zeigt sich im Laufe der Staffel als differenzierter gezeichnet und stellenweise - aber eben nur stellenweise - beinahe sympathisch.
Natürlich ist "Veronica Mars" kein Buffy-Klon: an die Stelle übergreifender Themen - anfangs hauptsächlich Teen-Angst, in späteren Staffeln die Wehen junger Erwachsener - bei Buffy, die durch Monster und übernatürliche Gegner personifiziert wurden und überwunden werden konnten, tritt hier eine verwickelte Kriminalgeschichte, die in fast jeder Folge eine überraschende neue Enthüllung hergibt, bis kaum zu noch überschauen ist, welche Spur zu wem führt oder auch nicht.
Wenn die Serie bis zum Ende der Staffel die bisher gezeigte Balance von düsterer Spannung ("Teen noir") und sardonischem Humor halten kann und obendrein der alles beeinflussende Mord an Lily Kane nachvollziehbar, aber nicht zu platt, aufgeklärt wird, dann bin ich glücklich und hoffe, dass uns noch ein Haufen weitere Jahre "Veronica Mars" bevorstehen.
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Kommentare
Die Gerüchte hatte ich schon vor ein paar Tagen gesehen, die Bestätigung aber auch erst heute morgen. Danke auf jeden Fall für den Hinweis.
Ich nehme an, das Du es schon gesehen hast, zur sicherheit aber trotzdem:
http://tv.zap2it.com/tveditorial/tve_main/1,1002,271|93031|1|,00.html
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