Exoten-TV (Teil 4: Lost)
Wie in meiner Serien-Apologie (und kaum verkappten Rechtfertigung meines eigenen TV-Konsums: alles ist Kunst, wenn man nur ein Schild mit der Aufschrift "Kunst" daneben hängt, wusste schon Frank Zappa selig) Exoten-TV (Teil 3) angekündigt, habe ich mir inzwischen die ersten paar Folgen der neuen amerikanischen Serie Lost angeschaut.
Den Hype, den etwa Herc von Ain't It Cool News um "Lost" veranstaltet, mag ich noch nicht in letzter Konsequenz mitmachen (auch wenn es mich hoffnungsfroh stimmt, dass die beiden Buffy-Autoren David Fury und Drew Goddard inzwischen für "Lost" schreiben), aber diese vier Folgen, die ich inzwischen gesehen habe, waren tatsächlich TV vom feinsten.
Ein nicht zu sehr überzeichneter Haufen Charaktere, die durch einen Flugzeugabsturz auf einer grossen, aber scheinbar einsamen Insel gestrandet sind, entdecken, dass sowohl ihre Mitreisenden als auch die Insel düstere Geheimnisse bergen. Das Ganze ist nicht nur optisch realistisch und natürlich professionell (vergleiche das künstliche Neon-Licht und die Plastikkulissen der ähnlich gelagerten RTL-Miniserie "Verschollen"...) inszeniert, sondern obendrein ungemein spannend: in jeder Folge wird nicht nur ein bisschen mehr von den schon in der Pilotfolge angedeuteten Geheimnissen der Insel sichtbar, sondern in Flashbacks auch die Vorgeschichte der Hauptfiguren beleuchtet; aber beides behutsam genug, um noch reichlich Stoff für die komplette Staffel und mehr zu bieten. Was zum Teufel macht ein Eisbär auf einer tropischen Insel? Was passierte dort vor sechzehneinhalb Jahren? Was hat Kate tatsächlich getan? Warum war Locke gelähmt?
Fortsetzung folgt!
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