Exoten-TV (Teil 20: Deadwood)
Obwohl ich die "Deadwood"-DVD-Box schon seit Monaten zuhause stehen habe (danke, Daniel!), hab ich es erst in den letzten Tagen geschafft, mir die zwölf Folgen der ersten Staffel anzuschauen. Feine Sache, das. Zwar handelt es sich dabei um eine Art Western-Serie, aber wer an "Cowboys und Indianer" denkt, liegt hier gründlich daneben. "Deadwood" nimmt vielmehr die historische Siedlung gleichen Namens im Jahr 1876 und deren ebenfalls historisch verbürgte Bewohner bzw. Besucher zum Absprungpunkt für ein - soweit ich das beurteilen kann - recht wirklichkeitsgetreues Nachstellen des Lebens in einer Goldgräberstadt im Wilden Westen (ähnlich, wie es die aktuell auch im deutschen Fernsehen laufende Serie "Rome" für das antike Rom macht, die übrigens vom gleichen Sender, HBO, produziert wird).
Dementsprechend ungehobelt geht es in der Serie zu. Es wird viel geflucht, gehurt und gemordet, was aber nicht sensationalistisch aufbereitet wird, sondern im Kontext vollkommen natürlich wirkt. Deadwood war - zu Beginn der Serie - kein Teil der Vereinigten Staaten, und dementsprechend im wahrsten Sinne des Wortes gesetzlos, was sich in den Charakteren widerspiegelt, speziell im großartigen, gleichermaßen verabscheuenswürdigen wie liebenswerten Saloon- und Bordell-Betreieber Al Swearingen - eine faszinierende Kombination aus Schurke und Sympathieträger, wie sie nicht viele Fernsehserien oder auch Filme zu bieten haben, und einer der Hauptgründe, warum ich mir auch die nächsten beiden Staffeln von "Deadwood" ansehen werde.
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