Exoten-TV (Teil 17: Hogfather)
Feine Sache, das. Eine sorgfältige Literaturverfilmung, die die vorgegebene Geschichte sauber umsetzt und dank des Formats als dreistündige Fernseh-Miniserie keine gravierenden Kürzungen oder Abänderungen der Haupthandlung vornehmen muss: Sky Ones Version von Terry Pratchetts "Hogfather" vom Dezember 2006, die inzwischen auch auf DVD erhältlich ist. Bei einer Fantasy-Verfilmung ist natürlich die Gefahr noch größer als bei Nicht-Fantasy-Stoffen, dass die in der Phantasie des Lesers entstehenden Bilder von fantastischen Orten und Landschaften von den erzeugten Film- und/oder Fernsehbildern nicht getroffen werden. Bis auf wenige Ausnahmen (Nobby Nobbs!) kann ich aber sagen, dass Regisseur Vadim Jean und sein Team den Look der Protagonisten und der Scheibenwelt für mich persönlich gut getroffen haben, jedenfalls gut genug, dass sie vom Genuss der Geschichte nie abgelenkt haben.
Den Computergraphik-Effekten sieht man zwar an, dass das Budget der Verfilmung nicht mit einer modernen Hollywood-Produktion mithalten konnte, aber auch diese waren nicht so schlecht, dass sie störend gewirkt hätten.
Obendrein hat "Hogfather", obschon witzitg und amüsant einer von Pratchetts weniger komödiantischen, sondern eher einer seiner humanistisch geprägten Romane, momentan zu Zeiten einer anschwellenden Atheismus-Debatte ein sehr aktuelles Thema: Menschen werden trotz aller rationalen Durchdringung der westlichen Gesellschaften immer an "Übernatürliches" glauben. Und wenn sie nicht mehr an den Weihnachtsmann, Verzeihung, den Hogfather, glauben können/dürfen, dann eben an den Warzengnom oder an Gallig, den oh Gott des Katzenjammers.
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