22.11.2005

Exoten-TV (Teil 11: How I Met Your Mother)

Tja, ich habe kein gutes Händchen, was die neuen US-Serien angeht, die ich zu verfolgen versuche. Nachdem etwa die hervorragenden Firefly und Wonderfalls jeweils keine komplette ausgestrahlte Staffel vergönnt war, hat es inzwischen auch Kitchen Confidential erwischt: nach der ersten Halbstaffel wird die Küchen-Sitcom eingestellt. Aber kein Wunder, wenn nach drei Folgen die Ausstrahlung erstmal für zwei Monate ausgesetzt wird. *seufz* Fox halt *seufz*.

Dabei war Kitchen Confidential relativ witzig, flott inszeniert und eigentlich optischer Hochglanz und damit meines Erachtens die bessere Sitcom als How I Met Your Mother, die ich auch wegen der Mitwirkung eines Buffy-Alumnus, in diesem Fall Alyson Hannigan, antesten wollte und die zumindest die erste Staffel überstehen wird.

Deren Formel erinnert leicht an "Friends": es geht um fünf Mittzwanziger-Freunde in der Großstadt, insbesondere um den jungen Architekten Ted, der auf der Suche nach der Liebe seines Lebens ist. Offensichtlich hat er diese gefunden, denn den Rahmen der Serie bildet der "alte" Ted des Jahres 2030, der aus dem Off seinen Kindern eben die Geschichte erzählt, wie er ihre Mutter kennenlernte. Das gibt Gelegenheit zu vielen mehr oder weniger amüsanten Ausflügen in den Single-Jungle, oft angestoßen durch Teds bizarren Freund Barney (klasse: Neil Patrick "Doogie Howser" Harris), der immer perfekte Rezepte für Rendezvous und schnelle Abenteuer parat hat, die nur eben nie funktionieren. Den Ausgleich zu den Junggesellen geben Lily (Alyson Hannigan) und Marshall (Jason Segel), Teds Mitbewohner, die sich gerade verlobt haben sowie die Reporterin Robin (Cobie Smulders), in der Ted seine Traumfrau schon gefunden haben wollte - was sie anders sah.

Manche der Gags und Situationen sind wirklich komisch, manche überaus grausam nach "Meet the parents"-Art, andere nerven. Für einige Lacher ist aber jede Folge gut. Nur kommt die Entwicklung der bisher ziemlich eindimensionalen Charaktere ziemlich kurz bzw. ist noch keine abzusehen. Aber schließlich sind erst neun Folgen gelaufen, und viele Serien haben erst in der zweiten Staffel ihr ganzes Potential ausspielen können, insofern will das noch nichts heißen. Aber umso trauriger ist es um Kitchen Confidential, Firefly und Wonderfalls.

Immerhin: Firefly schaffte mit "Serenity" den Sprung auf die Kinoleinwand (der diesen Donnerstag in Deutschland anläuft, mehr dazu also in Bälde), auch wenn die US-Einspielergebnisse vergleichsweise bescheiden blieben und damit die erhoffte Filmtrilogie kaum zu stande kommen wird.

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