15.07.2005

Exoten-TV (Teil 10: Kitchen Confidential)

Meine Schwäche für amerikanische Serien im Allgemeinen, Buffy the Vampire Slayer im Speziellen sowie Kochsendungen habe ich schon oft genug in die Welt posaunt. Weniger gut dokumentiert ist mein Faible für Sitcoms (für Gutes wie "Roseanne" genauso wie anfürsich weniger Gutes: ich denke, ich habe so ziemlich jede Folge der "Nanny" dreimal gesehen...)

Mit "Kitchen Confidential", der im Herbst startenden neuen Serie von "Sex in the City"- (OK, und "Beverly Hills, 90210"-) Macher Darren Starr, müsste ich also im 5. Himmel sein, denn hier werden die obigen Ingredienzien allesamt kombiniert. OK, die Burry-Verbindung ist nur dadurch gegeben, dass Nicholas Brandon (Ex-Scooby Gang Mitglied Xander) Teil des "Kitchen Confidential"-Ensembles ist, aber der Rest passt schon.

Die Comedy basiert auf dem überaus amüsanten gleichnamigen Buch (deutsch: "Geständnisse eines Küchenchefs") des New Yorker Küchenchefs Anthony Bordain, das zum einen dessen Karriere nachzeichnet, zum anderen die Gepflogenheiten der gehobenen Küche mit Postensystem detaillierter illustriert, als es Menschen mit empfindlicher Konstitution lieb sein könnte. Vieles davon dürfte pure Image-Pflege sein (nicht umsonst posierten Bourdain und seine Kumpels in frühen Jahren als Kreuzung zwischen Koch und Pirat für Photos), aber wenn nur die Hälfte der Geschichten wahr ist, ist es schon ein Wunder, dass daraus nicht schon lange ein Film oder eben eine Fernsehserie gestrickt wurde.

Tatsächlich sind die haarsträubenden Vorkommnisse in der Pilotfolge der Serie beinahe harmloser, als die meisten Anekdoten im Buch. Trotzdem war es eine überaus amüsante halbe Stunde, auch wenn ein oder zwei der Gags (eine abgehackte Fingerkuppe landet natürlich ausgerechnet im Teller der anwesenden Kritikerin, die das neue Restaurant des ehemals abgehalfterten Chefs - in der Serie namens "Jack Bourdain" - testet; Jacks Freundin erwischt ihn mit in missverständlicher Situation mit heruntergelassener Hose im Hinterhof des Restaurants mit einem weiblichen Gast etc.) etwas 0815 waren. Machart und Charaktere waren aber flott und sympathisch. Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, ob das Konzept auch über eine oder mehrere ganze Staffeln trägt.

Übrigens steht ein weiterer Ex-Buffy-Star im Herbst mit einer neuen Sitcom in den Startlöchern: Die grandiose Alyson Hannigan mit How I Met Your Mother, einem Projekt, das ebenfalls hervorragende Vorabkritiken einheimsen konnte.

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