27.03.2007

Es kommt auch auf die Länge an

Finde ich. In gewissem Sinne. Eine der ewigen Fragen: Was ist besser: Eine CD mit 40 Minuten Laufzeit ohne musikalische Ausfälle oder eine CD mit 75 Minuten Laufzeit, aber davon 35 Minuten Ausschuss? Ich gehöre tendenziell nicht zu der Fraktion, die die zweite Option wählt, weil man ja schließlich auch so 40 Minuten Qualität mit Bonus bekomme - den Rest könne man ja ignorieren.

Mag damit zusammenhängen, dass ich nach wie vor ein Album als eine Art "Gesamtkunstwerk" ansehe. Als solches leidet es m.E. nämlich viel stärker unter Ausfall zwischendurch, als es evtl. schade um um ein paar Minuten weniger wäre. Obendrein ist es natürlich wesentlich "anstrengender", ein Album in seiner Gesamtheit adäquat aufzunehmen, wenn es statt 40 Minuten 75 läuft. Das betrifft eben auch die u.U. sehr guten Nummern gegen Ende der LP.

Gottseidank: Nachdem es bei Bands und Künstlern einige Jahre en vogue war (meinem natürlich subjektiven Eindruck zufolge), die mögliche Spieldauer einer Audio-CD möglichst auszureizen, scheint mir der Trend in der letzten Zeit wieder in eine andere Richtung zu gehen, sei es, weil der Reiz der technischen Machbarkeit durch Gewöhnung nicht mehr unmittelbar gegeben ist, sei es evtl., weil sich kürzere Alben einfach schneller herunterladen lassen...

Einige mögliche Beispiele für diese Tendenz sind übrigens in den letzten Tagen und Wochen auch im ProgBlog aufgeschlagen, lauter Alben, die sich im Bereich zwischen 30 und 45 Minuten Länge bewegen, etwa "Canon", "Picore", "Kante" (siehe "plays Rhythmus Berlin") oder auch das demnächst hier zu thematisierende exzellente neue Album von "Field Music".

Kommentare

Wobei ich auch immer interessant finde bei diesem Vergleich:

"Sind 75 Minuten mit 35 Minuten Mist besser als 40 Minuten ohne Mist?" => "kürzere CDs sind eigentlich besser".

Was ist denn wenn bei der 40-Minuten-CD 35 Minuten Mist drauf sind? ;-)

Oder was wäre wenn aus den 75 Minuten genau die 35 Minuten rausgenommen werden, die einem eigentlich gefallen hätten?

Gibts nicht auch lange CDs die durchweg gut sind? Ich denke schon :)

Aber die Frage ist berechtigt, wie man CDs bewertet bei denen viel Skipmaterial, aber auch einige richtig gute Sachen drauf sind. Da kommts dann wohl drauf an...

Das sind doch alles Halsabschneider! Roine Stolt ist der einzige aufrichtige Mensch, weil er 150 Minuten Musik zum Preis von unter 20,- EUR anbietet. Die Seuche wird mal wieder von den Alternative-Schrammlern verbreitet, die plötzlich „progressive“ sein wollen. Roine wird dies mit einem Tripple-CD-Album von 240 Minuten beantworten. Der 80 minütige Titelsong wird „Stardust Over The White Clouds Of Uppsala“ heißen.

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