Erwartung: je nach Ausbruchsrichtung
Terry Pratchett hat's wieder getan: sein neuestes Buch ist besser als sein vorhergehendes, und das war schon sehr gut. "Going Postal" heisst das Werk, was natürlich zum einen auf die Thematik verweist (ein Trickbetrüger wird dazu verdonnert, das marode Postwesen der Metropole Ankh-Morpork in Schuss zu bringen), zum anderen auf "going mental" im Sinne von "komplett abdrehen".
"Going postal" ist wieder wirklich witzig, mehr noch als die letzten paar Vorgängerbände, dafür nicht mehr ganz so düster, wenn auch immer noch nachdenklicher als ältere Pratchetts. Es geht um Schein und Sein, um Hoffnung und Enttäuschung, um kleine Fische und grosse Haie, um Betrug und Betrogene, Konzerne und Machenschaften, das Internet, all dies natürlich betrachtet durch den Zerrspiegel "Scheibenwelt". Und einen Hut mit Flügeln.
Wieder spielt die bekannte Besatzung der Scheibenwelt nur eine Nebenrolle (etwa durch Kurzauftritte von Sgt. Colon, Erzkanzler Mustrum Ridcully und Ponder Stibbons, seines Zeichens Professor für unratsam angewandte Magik). Lediglich der Pate der Coolheit höchstselbst, Patrizier Havelock Vetinari, steht gelegentlich im Mittelpunkt des Geschehens. Aber die neueingeführten Figuren sind liebevoll und wie gewohnt überzeichnet charakterisiert. Das Leben ist ein grosses Spiel, aber anscheinend kann PTerry nur gewinnen.
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