25.04.2005

Enter the Dragon

Da ich in letzter Zeit ein kleines Faible für asiatischen Film zu entwickeln scheine, wurde es einmal Zeit, auch ein paar Klassiker anzugehen, wobei "Enter The Dragon" allerdings nicht nur eine Hong Kong-, sondern auch eine US-amerikanische Produktion ist. "Enter The Dragon" ist der letzte seiner Filme, der zu Bruce Lees Lebzeiten fertig gestellt wurde; kurz vor der Premiere verstarb die Martial Arts-Ikone unerwartet, erst 32 Jahre alt. Trotz - oder besser: wegen - seines frühen Tods gibt es eine Unzahl an postumen Filmen und anderen Machwerken mit Doppelgängern, namensähnlichen Darstellern und vorher nicht verwendeten Szenen des echten Lee, die unter dem Etikett "Bruce Lee" verkauft werden, obwohl Lee zu Lebzeiten in nur gerade einer Handvoll komplett produzierter Spielfilme auftrat. Dabei den Überblick zu behalten, fällt schwer und noch schwerer fällt es dadurch nachzuvollziehen, warum Lee zu einem solchen Kampfsportstar wurde.

Zu den in "Enter The Dragon" demonstrierten Kung Fu / Karate / Jeet Kune Do kann ich mich nicht qualifiziert äußern, nur die Laienmeinung kundtun, dass Lees Schnelligkeit und Geschmeidigkeit jedenfalls eindrucksvoll daher kommt, wenn auch nicht so spektakulär präsentiert ist, wie es in modernen Filmen üblich ist. Etwa seltsam muten Lees spitze Schreie bei manchen Aktionen an, die anscheinend gleichzeitig Markenzeichen waren und Klischee wurden.

Die Geschichte des Films ist eine eher konventionelle James Bond-Variation: ein Agent (Lee: so heißt im Film auch Lees Figur) wird zur Beweissammlung in das Hauptquartier eine opiumvertreibenden Oberbösewichts eingeschleußt und gerät dort erst mit dessen Schergen, schließlich in der großen Schlusskonfrontation ihm selbst aneinander. Der Oberbösewicht namens Han wohnt auf einer abgelegenen Insel, streichelt nicht nur - tatsächlich! - gerne weiße Katzen, sondern hat obendrein den Tod von Lees Schwester zu verantworten. Das ganze versprüht durch farbige Nebenfiguren (ein afroamerikaner mit obligatorischem Afro, blasierte Weisse, dumpf-bösartige bärtige Häscher, das volle Programm eben) jede Menge 70er Jahre Flair. Die Kampfsport-Komponente kommt dadurch zum Tragen, dass Han auf seiner Insel nominell eine Kampfsortschule betreibt, die alle drei Jahre ein großes Turnier veranstaltet, am dem Lee teilnehmen soll, um so unauffällig auf die Insel zu kommen. Gleichzeitig bietet die mit der Schule verbundene Anwesenheit einer großen Menge Kampfsportschüler dem Film die selbstironische Gelegenheit, zum Auftakt des Endkampfs immer größere Wellen an Gegnern auf Lee und seine dort gefundenen Mitstreiter zu hetzen.

"Enter The Dragon" war jedenfalls einigermaßen unterhaltsam, wenn auch nicht das, was ich großes Kino nennen würde. Aber das habe von "Enter The Dragon" genauso wenig erwartet, wie ich es vom geplanten nächsten Teil meiner Asiafilm-Klassiker-Reihe erwarte, Jackie Chans "Drunken Master"...

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