27.12.2004

Eifel

Die letzten paar Tage war ich wie jedes Jahr über Weihnachten zurück in der alten Heimat, der Vulkaneifel. Seit ich aus der Eifel weggezogen bin, habe ich die wenigen Tage im Jahr schätzen gelernt, in denen ich die vulkanische, herbe Mittelgebirgsschönheit der Maar-Landschaft geniessen kann.

Inzwischen ist es schon fast eine Tradition, dass bei meinem Besuch in der Eifel ein neuer Eifel-Krimi von Michael Preute aka Jacques Berndorf fertig ist und darauf wartet, gelesen zu werden. Als Eingeborener lese ich die Baumeister-Romane hauptsächlich wegen des Lokalkolorits. Wenn Protagonist und Preute-Alter Ego Siggi Baumeister durch die Eifel kurvt, im "Teller" in Hillesheim zu Mittag ist oder im Nachbarort meiner Heimatgemeinde zum Arzt geht, stellt sich ein Wiedererkennungseffekt ein, und ich kann meine Bekannten mit dem Spruch "Da war ich auch schon!" nerven, als ob auf mich persönlich abfärben würde, dass die Eifel der heimliche Hauptdarsteller einer bekannten Krimi-Reihe ist. Ich nenne das Ganze dann angesichts mitleidiger Blicke Lokalpatriotismus und weise auf Preutes/Berndorfs - ein Zugezogener übrigens - liebevolle Landschaftsbeschreibungen hin, die tatsächlich den Geist der rauhen, waldigen, hügligen Eifellandschaft gelegentlich einfangen, ebenso wie die Zeichnung seiner Nebenfiguren, falls sie nicht zur Karikatur verzerrt sind, den der Eifelaner.

Als Krimis finde ich die Eifel-Reihe nur stellenweise gelungen: allzuoft haben die verworrene Vorgeschichte und langwierige Spurensuche und Ermittlungsarbeit in den recht gewaltätigen, vor Morden strotzenden Krimis sehr wenig mit der schliesslichen Auflösung zu tun. Daher scheint es kein Zufall, dass ich gleich den zweiten Band, "Eifel-Gold" in der besten Erinnerung aller Folgen habe, ebenso, wie es wohl kein Zufall ist, dass dies einer der wenigen (der einzige?) Romane der Reihe ist, die sich nicht um einen Mordfall drehen. "Eifel-Gold" hat die bildhaftesten Beschreibungen der Eifel-Wiesen und -Wälder und die liebenswerteste Darstellung ihrer Bewohner und deren Mentalität. Wenn jemand also neugierig auf Land, Leute und Preute geworden sein sollte, empfehle ich diesen Band als Einstieg. Den Besuch an Ort und Stelle ersetzt die Lektüre natürlich nicht.

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