19.12.2007

Dragon Tiger Gate

Meine Güte, welch wundervoll aussehender Film. Schon "SPL" vom gleichen Team war ein Augenschmaus, "Dragon Tiger Gate" dreht den Eye-Candy-Regler aber noch ein, zwei Zacken weiter. Nun gut, schließlich entstand der Film nach einer Comic-Vorlage, aber die hoch-polierte, sehr stimmungsvolle Optik ist nicht bedingungslos auf Comic getrimmt, sondern wahrt erstaunlicherweise die Balance zwischen sehr graphischen Einstellungen und neongrellem Realismus, ist aber nie zu bunt.

Ähnliches gilt ebenfalls für die natürlich zahlreichen, sehr kinetischen, von Donnie Yen choreographierten Kampfszenen: Obschon immer wieder auch mit Wires oder Computer-Unterstützung gearbeitet wird, gibt es immer wieder Abfolgen, die "wirklich", sehr physisch und auch brutal wirken: Auch hier stimmt die Balance von "künstlich" und "natürlich".

Auch die Geschichte um zwei entfremdete Brüder, der eine auf Seiten einer "sozialen" Kampfsport-/Jugeng-Einrichtung, der andere als Leibwächter eines Unterwelt-Bosses, pendelt zwischen Charakterdrama und fantasy-angehauchter Action, allerdings nicht so überzeugend, wie der Brückenschlag zwischen zwei Polen Optik und Kämpfen gelingt. Dafür ist die Geschichte der Versöhnung der beiden Brüder doch zu vorhersehbar, inklusive der Opfer auf beiden Seiten, und einige Handlungsstränge hätte man auch weglassen können, etwa den um die Nebenfigur Turbo, der keine echte Funktion für die Geschichte hat. Vielleicht ein Zugeständnis an die Comic-Vorlage?

Trotzdem: "Dragon Tiger Gate" ist ein sehr unterhaltsamer, stilvoller Hong-Kong-Streifen für Liebhaber moderner Martial Arts.

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Weitere aktuelle Beiträge

Audio-Beiträge

Bildergalerien