Dillinger Escape Plane, Stolen Babies, Poison the Well, Backstage, München, 10.3.2008
Seltsame Sache. Zwei der Gruppen dieses Abends hatte ich an gleicher Stelle schon vor über drei Jahren gesehen, und eigentlich waren die jeweils beiden Auftritt durchaus vergleichbar, aber während sich an meiner Einschätzung von Poison the Well nichts geändert hat, fand ich Dillinger Escape Plan dieses Mal grandios.
Gut, die Musik war 2004 schon klasse, aber damals störte mich das unverschämte Gepose; letzte Woche weniger. Im Gegenteil: Die schwer dick auftragende Inszenierung (die Kästen zum darauf Posen, das Stroboskop-von-hinten-Anflackern, das Hin-und-Her-Gerenne) könnte zwar hohles Getue sein, diesem Eindruck wirkt die heftige, krasse und eben auch überaus vertrackte, komplexe Musik entgegen, und in der Kombination stimmt das Paket - auch wenn ich manchmal trotzdem grinsen musste.
Ein Wort noch zu den Stolen Babies: Wie schon das von manchen hochgelobte Album konnte mich auch der Live-Auftritt nicht wirklich begeistern. Das Ganze ist schon netter, verspielter Hard-Alternative-Ska-Polka-Goth-Rock (wenn ich mir eine solche monströse Begriffsschöpfung erlauben darf), mir aber letzten Endes doch zu zahm (ein bisschen "Sleepytime Gorilla Museum lite"). Der schröckliche Sound im Backstage (*hiss* *kreisch*) hat allerdings auch nicht geholfen.
Fraglos großartig war aber auch live der Gesang von Dominique Lenore Persi. Fasznierend, wie traumhaft sicher und immer druckvoll sie trotz Wechsel zwischen Rotz, Growls und Opereskem ihre Linien brachte.
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