26.12.2004

Die Zeit der schwarzen Mönche

ist zwar nich unbedingt eine traditionelle Bezeichnung für Weihnachten, kommt dieses Jahr aber hin.

sonnenraster zittern im system. lesen Sie weiter! it's monk-time - it's hop-time, nicht lesen! lesen Sie doch nicht! lassen Sie saphire in die rillen gleiten. was ist beat heute? was ist über-beat? und wer schmilzt die verdammt heiß-kalte welt von morgen?

Das Christkind zeigte sich dieses Jahr gut informiert. Zumindest scheint es meinen Amazon-Wunschzettel entdeckt zu haben: unterm Weihnachtsbaum lag das langbegehrte einzige Album der Monks, "Black Monk Time". Obiger Ausschnitt aus dem Original-Klappentext zusammen mit dem minimalistischen, schwarzen Cover, dem Auftreten der Band mit Tonsur, schwarzen Anzügen mit Henkersschleifen als Krawattenersatz sowie nicht zuletzt die Musik machen klar, dass die Band Ihrer Zeit 1966 einfach voraus war, allerdings hauptsächlich durch die fortschrittliche Ausrichtung des deutschen Managerteams, das die amerikanischen Musiker, die Ex-Torquays, in die Rolle der Monks drängten, bis diese mit ausbleibendem Erfolg immer mehr aus dieser wieder herausglitten.

Die Stücke auf "Black Monk Time" sind roh, strukturell primitiv und simpel, aber in ihrer Reduktion und Radikalität auch wieder fortschrittlich und - für damals, immerhin 1966 - einmalig. Auch die Texte ("I Hate You", "Shut up") passen dazu: nicht gerade die übliche Liebesliederkost, aber auch kein Protopsychedelic. Und nicht zuletzt die seltsamen, verspielt-quäkigen, überschäumenden Schweineorgelsoli (aber auch ein gelegentliches Bass-Solo) sind einfach nur schräg und kaum massenkompatibel. Als einzige ähnlich bizarren zeitgenössischen Momente aus dem Popbereich fällt mir momentan nur die letzte Seite von "Freak Out" ein. Daher nimmt es nicht wunder, dass die auf der Repertoire-CD als Bonustracks enthaltenen beiden folgenden Singles die Besonderheiten und Seltsamheiten immer auf der Jagd nach kommerziellem Erfolg, für den der Novitätenstatus der Monks einfach nicht ausreichte, weiter und weiter zurückgeschraubt wurden. Nur: hübschen Pop schrieben andere Bands besser.

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