Die 13 Söhne des Gelben Drachen
Allzu viele Kampfkunst-Filme gibt es im frei empfangbaren deutschen Fernsehen leider nicht zu sehen. Umso erfreulicher, dass der Klein-Sender "Das Vierte" gerade unter dem Motto "Asia Action jeden Donnerstagabend eine Reihe von Martial-Arts-Streifen sendet, obendrein anscheinend tendentiell in ungeschnittenen Fassungen.
Jedenfalls wurde letzte Woche "Die 13 Söhne des Gelben Drachen" in einer im Vergleich zur ursprünglichen deutschen Version um fast eine dreiviertel Stunde längeren Fassung gezeigt. Sehr löblich.
"Die 13 Söhne des Gelben Drachen" von Chang Cheh ("Die unbesiegbaren Fünf" und Co.) ist allerdings hauptsächlich ein elendig langer, bunter Kostümstreifen mit riesigen Mengen an Darstellern und Komparsen, aufwändigen großen Sets, in dem aber ordentlich gemetzelt wird: Im Laufe des Film dürften hunderte von Personen ins Gras beißen, während sich die 13 kampftüchtigen Generals (die metaphorischen "Söhne" aus dem Titel) eines chinesischen Königs mit Rebellen und Verrätern anlegen. Hier liegt trotz des Mitwirkens von Genre-Stars wie Ti Lung und David Chiang der Fokus hauptsächlich auf Massenkonfrontationen, meist mit Schwertern und Speren als Waffen, weniger auf dem eleganten Zweikampf-Tanz, der bei anderen Kampfkunst-Filmen im Vordergrund steht. Ich habe aber das Gefühl, diese Art des Hong-Kong-Films hat sich erst im Laufe der zunehmenden filmischen Verwertung des Shaolin-Kung-Fu im Fahrwasser der "5 Venoms"-Filme durchgesetzt, wohingegen "Die 13 Söhne des Gelben Drachen" immerhin schon von 1970 stammt.
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