28.02.2006

Der schweigende Stern

Nachdem hier schon des öfteren von Prä-Mauerfall-Science-Fiction aus Osteuropa die Rede war, soll nicht vergessen werden, dass auch die DEFA in der damaligen DDR mehrere Science-Fiction-Filme hervorbrachte (auch, wenn es sich dabei teilweise um Koproduktionen mit anderen Ostblock-Ländern handelte). Drei davon ("Der schweigende Stern", "Eolomea" und "Im Staub der Sterne") gibt es sowohl einzeln auf DVD als auch gebündelt in einer hübsch aufgemachten 3-DVD-Box, der "DEFA Science Fiction Special-Edition". Es gab allerdings mindestens einen weiteren DEFA-Sci-Fi-Streifen ("Signale - Ein Weltraumabenteuer"). Dieser ist aber weder in der Box enthalten, noch anscheinend anderweitig auf DVD erhältlich.

Der schweigende Stern

Diese Verfilmung von Stanislaw Lems Roman "Die Astronauten" ist in vielerlei Hinsicht ein typischer Science-Fiction-Film der späten 50er, frühen 60er Jahre, sowohl was die filmische Umsetzung und Tricktechnik, als auch was die Materie angeht: ein mit dem Tunguska-Meteor von 1906 zusammenhängender Fund entpuppt sich als technischer Artefakt, der von der Venus stammt. Als die Venus auf sämtliche abgeschickte Funksignale nicht reagiert (deshalb: "Der schweigende Stern"), wird das Raumschiff "Kosmokrator" mit einer internationalen Besatzung zur Venus geschickt, um den Kontakt zu den anscheinend intelligenten Venus-Bewohnern persönlich herzustellen.

Auf der Venus angekommen, muss die Kosmokrator-Besatzung unter großen eigenen Opfern feststellen, dass die Venusianer inzwischen sämtlich selbst zu Opfern ihrer eigenen Vorbereitung eines feindlichen atomaren Angriffs auf die Erde geworden sind.

Diese auch so schon kaum zu verfehlende fiktive Behandlung eines Agressor-Kriegs im Schatten der Atombombe wird in "Der schweigende Stern" mehrere Male noch weiter expliziert, in dem die Venus-Katastophe wörtlich in Beziehung zum Atombombenabwurf auf "Hiroshima" gesetzt wird. Moral also: der atomare Erstschlag wird auch dem Agressor so oder so nicht gut tun.

Die kommunistische Herkunft des Films lässt sich davon abgesehen an weiteren Details ablesen, etwa an der mehrfach geäußerten Aussage "Wir sind nicht nur in der Raumfahrt Internationalisten" des russischen Expeditionsleiters. Oder daran, dass der amerikanische Teilnehmer des Flugs sich nicht gegenüber seiner Regierung, sondern gegenüber einem "Konsortium" dafür verantworten muss, dass er bei der guten Sache im Dienste der Menschheit dabei sein will.

Kommentare

Soweit ich mich erinnern kann, ist die deutsche Übersetzung von " Die Astronauten" in der DDR unter dem Titel "Planet des Todes" erschienen.

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Weitere aktuelle Beiträge

Audio-Beiträge

Bildergalerien