29.11.2008

Death Sentence: Panda! & Benno Bunny, Kafe Kult, München, 28.11.2008

Reicht es, eine Schreibmaschine zu bedienen zu wissen, um schreiben zu können? Reicht es, Filter, Echos und andere Effekt-Geräte bedienen zu können, um Musik zu machen?

Wenn mir solche Fragen während eines Konzertes in den Sinn kommen, ist zwar nicht von vorneherein gegeben, dass dies nichts Gutes bedeutet, weist aber stark darauf hin. Der gestrige Auftritt des Elektronik-Duos Benno Bunny (Keys/Sequencer + vor allem Effekte, Gitarre + vor allem Effekte) bestand jedenfalls aus Geblubber, das durch Geblubber moduliert wurde, bis aus Geblubber endlich Geblubber wurde. Nichts gegen Geblubber, aber - na gut, doch was gegen Geblubber, jedenfalls gegen pures Geblubber. Denn auch improvisiertes Geblubber wie das von Benno Bunny (nebenbei: dass ich soviele "blubbere" hat durchaus illustrative Gründe) könnte Strukturen, sogar eine Dramaturgie haben. Nur eben "könnte" und leider nicht "hatte".

Wenn 100 Affen 100 Milliarden Jahre auf 100 Schreibmaschinen herumhacken, verstecken sich im Ergebnis vielleicht auch die gesammelten Werke Shakespeares, aber der weit, weit, weit überwiegende Rest ist wirrer, sinnloser Zufallswust. Benno Bunny gestern abend waren jedenfalls kein Shakespeare.

Anschließend ging es strukturierter, aber sicherlich nicht weniger originell und wüst zu. Konzerte wie das von Death Sentence: Panda! sorgen jedenfalls dafür, dass ich dankbar dafür bin, dass es in München einen Laden wie das Kafe Kult gibt.

Wo sonst kann man eine Band hören, in deren Stücken von ein bis zwei Minuten Länge eine elektronisch verfremdete - nämlich transponierte und übersteuerte - Klarinette die Rolle des Basses übernimmt, während dazu eine Sängerin koreanischer Abstammung im Befehlston Gesangsfetzen intoniert, wenn sie nicht gerade Glockenspiel oder Flöte spielt, während das verbleibende dritte Bandmitglied am wüsten Schlagzeug alles zusammenhält?

Natürlich läuft sich auch dieses minimalistische (jedenfalls was die Besetzung angeht) Konzept live nach ein paar Stücken tot. Doch gottseidank dauern die Auftritte im Kult selten jeweils länger als 45 Minuten, und vor allem: "Death Sentence: Panda!" rocken - trotz der bizarren Besetzung, und das übrigens nicht nur live, sondern auch auf ihrem Album "Insects Awaken".

Kommentare

vielen dank für das review und fürs kommen!
nur eine kleine verbesserung: die sängerin ist taiwanesischer abstammung :)

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