Das Web als Betriebssystem?
Hmhm. Netbooks allenthalben um mich herum. Ich bin ja selber ein exzessiver Nutzer von Online-Diensten aller Art: Ich lese E-Mails und Feeds nur noch online, ich nutze immer wieder auch Google Docs zum zentralen Speichern und Bearbeiten von Texten, ich habe Bookmarks bei delicious.com hinterlegt und mache vermutlich noch einiges mehr via WWW, was mir gerade nicht einfallen mag.
Trotzdem stehe ich dem Trend zu kleineren Netzrechnern sanft skeptisch entgegen. Denn Online-Anwendungen tappen inzwischen in ähnliche Fallen, wie es immer aufgeblähtere Desktop-Software tat: Durch immer raffiniertere Oberflächen, die natürlich wesentlich via JavaScript (mit AJAX/AHAH) realisiert werden, wird dem Browser und damit dem Client-Rechner soviel Rechenleistung und Speicher abverlangt, dass mir scheint, dass das Argument vom Server, der die eigentliche Arbeit mache, nur noch bedingt ziehen kann.
Die Frage ist daher, wie sehr kleine, eben wegen dieses Arguments nicht so leistungsfähige Rechner mit diesen ständig steigenden Anforderungen auf Dauer zurecht kommen.
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Kommentare
Dem Trend kommen v.a. die immer schneller werdenden Browser entgegen. Safari, Chrome und Firefox 3 haben schon gut vorgelegt, Firefox 3.1 wird mit Tracemonkey nochmal ordentlich zulegen.
Ich hatte mal GMail auf Sals Netbook kurz getestet: mit Firefox 2 war das ziemlich lahm.
Zu Tracemonkey habe ich gerade ein wenig rumgelesen. Das klingt in der Tat vielversprechend. Ich hoffe, Firefox 3.1 hält, was das verspricht. Aber eben weil ich so viele Webanwendungen nutze, werde ich mir die aktuelle Beta erstmal nicht installieren ;-)
Re. GMail: Das ist ein sehr gutes Beispiel für die angesprochene Problematik. Gmail (ups, in Deutschland muss man eigentlich Google Mail sagen...) ist seit seinem Start auch ständig weiterentwickelt und aufgebohrt worden und daher eben ganz schon rechenzeitanspruchsvoll geworden. Wenn die Browsertechnik dies zukünftig einigermaßen auffangen kann, so dass nicht alle gestiegenen Ansprüche bei CPU-Takt und RAM-Speicher hängen bleiben, soll's mir recht sein.
wobei ich als Doppel-"Netbook"-Besitzer sagen muss, dass für mich der eigentliche Vorteil nicht unbedingt das immer und überall-Web ist, sondern ganz klar die Tatsache, dass man die Teile bequem mitnehmen kann, im Gegensatz zu einem deutlich größeren Notebook. (also einfach in die Tasche stecken, statt einer sperrigen Zusatztasche.) Und für den normalen Gebrauch fand ich bisher die Rechenleistung immer ausreichend, aber gut, ich bin da auch zugegebener Weise eher "klassisch" veranlagt. Ich sehe keinen Bedarf meinerseits für Webanwendungen der beschriebenen Art.
Na mal sehen... ich habe heute so ein Netbook gekauft, allerdings ein Billig-Angebot von Lidl (wobei sich das von den technischen Rahmendaten eher besser darstellt wie die Platzhirsche von Acer oder Asus). Allerdings eher für den Zweck, damit meine bessere Hälfte bei Bedarf von Wohnzimmer aus per W-Lan ein bisserl surfen und E-Mails checken kann oder einfache Office-Anwendungen bedienen kann, ohne das wir uns um den "großen" PC streiten müssen. Dafür sollte der "Kleine" schon reichen... ich bin mal gespannt, der Karton war schon kurios winzig, mal sehen, wenn ich ihn heute Abend auspacke ;-)
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