Dä Prinz kütt
Aber wollen wir ihn auch reinlassen? Wenn "Popliterat" Moritz von Uslar über das kommende Prince-Album "3121" im SPIEGEL in seinem langen, aber musikalisch unergiebigen Artikel zum "VIP Listening" in Prince' Heim schreibt, "3121" sei das "vielleicht beste Prince-Album seit 20 Jahren", dann läuten bei mir erstmal die Alarmglocken. Zum einen, weil Musikhören in mehr oder weniger geselliger Runde erfahrungsgemäß einen ungemeinen Einfluss auf die Wahrnehmung des gehörten haben kann: was beim Gruppenhören fett und aufregend klang, hat sich mehr als einmal in der heimischen Stube als laues Lüftchen entpuppt.
Weiterhin haben die meisten Mainstream-Kritiker das beste Prince-Album seit ewigen Zeiten, "The Rainbow Children" nämlich, kaum zur Kenntnis genommen, geschweige denn entsprechend gewürdigt (was in noch größerem Maße für das kaum weniger exzellente, aber noch deutlich exzentrischere instrumentale Konzeptwerk "N.E.W.S." gilt).
Die drei bisher bekannten Stücke ("Te Amo Corazón", "Black Sweat", "Beautiful, Loved & Blessed") geben zwar keinen Anlass, ein Überwerk zu erwarten (zumindest, wenn man - wie ich - Prince immer dann am besten findet, wenn er mit einer kompletten Band arbeitet und nicht hauptsächlich mit dem Sampler), klingen allerdings auch nicht schlecht oder enttäuschend, sondern für meine Begriffe sogar etwas griffiger als das meiste auf "Musicology": recht typischer - "old school" sagt man wohl hipper dazu - Prince-Stoff (Ballade, Elektro-Funk und eine Mischform davon) mit den gewohnt detailreich ausgefeilten Arrangements. In zwei Wochen (am 21.3. natürlich) sind wir schlauer.
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