25.12.2007

Creature from the Black Lagoon

"Der Schrecken vom Amazonas" (im Original etwas poetischer "The Creature from the Black Lagoon") gehört zu jenen Creature-Feature-Filmen, die zwar in einschlägigen Nachschlagewerken unter "Science Fiction" geführt werden, diese Einordnung jedoch hauptsächlich einem einzigen Plotpunkt verdanken: Dass die Existenz des Monsters nicht als einfach gegeben hingenommen oder als magisch zustandegekommen pseudo-erklärt wird, sondern mit einer (zumindest als solcher verkauften) wissenschaftlichen Erklärung begründet wird (vgl. auch "Reptilicus").

Davon abgesehen kann man "Der Schrecken vom Amazonas" genauso gut als sehr atmosphärischen Horrorfilm ansehen, dessen Geschichte an die erste Hälfte von "King Kong und die weiße Frau" angelehnt ist: Expedition findet jenseits der Zivilisation urzeitliches Monster, dass Faszination für menschliche Frau entwickelt. Nur wo dort ein skrupelloser Filmemachter im Spiel ist, der die Kreatur einfangen will, ist es hier ein karrierehungriger Wissenschaftler, der angesichts der Möglichkeiten, mit dem Monster Geld zu machen, alle ethischen Prinzipien der Forschung im wahrsten Sinne des Wortes - große Teil des Films spielen auf einem Boot - über Bord wirft.

Allerdings kann man dadurch wieder Bogen zur Kern-Science-Fiction schlagen: Wenn man Boot durch Raumschiff, Amazons durch Weltraum, Lagune durch fremden Planeten, unter Wasser durch unverträgliche Atmosphäre, Tauchgeräte durch Raumanzüge, Kiemenmann durch Außerirdischen ersetzte, hätte man eine klassische Science-Fiction-Geschichte zusammen. Was aber nicht unbedingt viel über "Creature from the Black Lagoon" aussagt, sondern mehr darüber, dass viele Science-Fiction-Filme (Tiefen-)Strukturen haben, die sich sich mit Entdeckungs- und Reise-Geschichten aller Art Teilen.

Ähnlich wie er in "Gefahr aus dem Weltall" die Wüstenumgebung effektvoll zu nutzen wusste, gelingt es Regisseur Jack Arnold dabei, die Dschungelkulisse als eindringlichen Hintergrund für die Geschichte der vom skrupellosen Wissenschaftler gestörten und verfolgten Kreatur zu nutzen, deren urzeitliche Spezies in der Abgeschiedenheit des Amazonas nur solange überleben konnte, bis die Moderne sie gefunden hat. Leider weiß auch er wie so viele seiner Kollegen das weibliche Mitglied der Expedition, obschon vorgeblich Forscherin, nur als Eye-Candy, Scream-Queen und Monster-Köder zu nutzen.

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