Colour Haze / Brant Bjork, Kafé Kult, München, 13.6.2006
Das Kafé Kult scheint sich langsam zu einer Art Basislager von Colour Haze zu entwickeln. Seit einiger Zeit spielt die münchener Stoner-Gruppe relativ regelmäßig dort, meist im Verbund mit stilistisch ähnlich gelagerten Bands aus aller Welt. So auch diese Woche, zusammen mit Hainloose (ebenfalls aus München) und der aktuellen Gruppe von Brant Bjork, dem Schlagzeuger der Stoner-Legende Kyuss. Vielleicht auch durch diese Präsenz scheinen Colour Haze ebenfalls eine gar nicht mehr so kleine Fan- und Stoner-Gemeinde in München (mit)aufgebaut zu haben; der große Raum des Kult war jedenfalls angesichts des herrlichen Wetters und der FIFA-WM-Konkurrenz recht ordentlich gefüllt.
Von Hainloose haben wir leider wegen leicht verspäteter Anfahrt nur die Zugabe mitbekommen; ihr Konzert beim letzten Swamp Room Mania-Festival an gleicher Stelle habe ich als OK, wenn auch nicht berauschend in Erinnerung. Colour Haze boten anschließend gewohnt gekonnt ihre Mischung aus Psychedelik und schweren Riffs dar, unterstützt durch eine farbige 70er-Jahre-Lightshow. Mir scheint, als ob bei diesem Konzert ein wenig mehr die flotteren Nummern in ihrem Repertoire im Vordergrund standen, was ein zweischneidiges Schwert war: Einerseits mag ich's tendentiell lieber, wenn Musik etwas Fahrt hat, andererseits ließ sich die Tendenz beobachten, dass der wirbelige, verspielte Schlagzeuger bei diesen Stücken Bass und Schlagzeug etwas davonläuft, instrumental, aber leider auch vom Tempo her. Aber natürlich durften auch die "fetteren" Hits wie "Peace" und "Love" nicht fehlen, die den typischen Colour-Haze-Sound mit krachigen, black-sabbath-beeinflussten Riffs, trippigem Gesang und jubilierenden Gitarren-Soli nach wie vor am besten umsetzen.
Zugegeben: Nach einer eher langen Umbaupause schienen die abschließenden Brant Bjork mit einigen technischen Problemen zu kämpfen zu haben, das mag ihren Auftritt beeinflusst haben. Mich hat dieser jedenfalls nicht überzeugt: nach zwei eher im Grateful-Dead-Sinne jammigen Nummern wurde zwar der Energiepegel etwas höher, aber schlußendlich blieb es bei relativ langweiligem Geschrammel ohne stückinterne Entwicklungen oder Höhepunkte.
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