13.06.2008

Cloverfield

Im Kino habe ich "Cloverfield" leider verpasst, obwohl es eigentlich ein Pflichtfilm ist: produziert von "Lost"-Miterfinder J.J. Abrams und geschrieben von Drew Goddard, der für einige exzellente "Buffy"- sowie "Angel"-Episoden verantwortlich war und momentan auch als Autor im Lost-Team angestellt ist.

Man kann viele "Cloverfield" einen Haufen prägnanter Taglines aufdrücken: "Der Monsterfilm für die Generation YouTube", das "Das Blair Witch Project des Monsterfilms" und "Der Monsterfilm nach 9/11" passen alle, irgendwie. Daher könnte man in wohl auch einen "postmodernen Monsterfilm" nennen.

Grundidee des Films ist, dass die tiefgehende Zerstörung New Yorks durch ein unvermittelt im wahrsten Sinne des Wortes auftauchendes bizarr aussehendes Monster unbekannter Herkunft durch einen Durchschnittstypen mit der Videokamera dokumentiert wird. Dies hält "Cloverfield" konsequent durch: Der komplette Film besteht aus den verwackelten, "unprofessionellen" vermeintlichen Amateur-Aufnahmen - bis auf eine Titelkarte, die ganz zu Anfang den Zuschauer darüber informiert, dass das folgende sich militärisches Beweismaterial handele.

Dieser "Found Footage"-Kniff ergibt den oben erwähnten "YouTube"- (gerade am Anfang des Films und der Zerstörung sind übrigens Unmengen Digitalkameras und Kamerahandys zu sehen, mit denen die Zuschauer - bals Opfer - das Geschehen festhalten: der wohl realistischste Aspekt von "Cloverfield") und "Blair Witch"-Bezug, dass vom Monster New Yorker Wolkenkratzer reihenweise zerlegt werden, natürlich den zu "9/11".

Diese Technik bleibt natürlich ein Gimmick, wenn die Geschichte und Charaktere nicht mitreißen. Und die erste halbe Stunde lang ging es mir tatsächlich so: Fast langweilte ich mich. Dann zog aber das Tempo der Action etwas an, das Monster enthüllte perfide "Nebenwirkungen", und plötzlich zog mich der Film doch rein, wurde intensiv und spannend.

P.S. Drew Goddards Whedon-Schulung kann man übrigens dem ein oder anderen flapsig-verspielten Dialog deutlich anhören - bilde ich mir jedenfalls ein.

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Weitere aktuelle Beiträge

Audio-Beiträge

Bildergalerien