08.08.2004

Clerks

Nicht nur, daß wir beim p-dt_sued-Treffen am Freitag sehr lecker gekocht haben (Curryrind in süßer Erdnußsoße und einen Bastard von Cashewhuhn und rotem Curryhühnchen mit Bambussprossen), wir haben danach auch noch einen kleinen DVD-Abend veranstaltet. Geboten wurde Kevin Smiths Erstlingswerk "Clerks", einer meiner Lieblingsfilme. Leider ist "Clerks" - soweit ich weiss - bisher noch nicht in einer deutschen DVD-Fassung erschienen. Schon im Kino lief er nur im Original mit Untertiteln, und meine DVD ist eine amerikanische Ausgabe, die auch erstmal die Codefree-Schaltung von Christines DVD-Player erforderlich machte. Original-Sprache, wennschon zumindest mit englischen Untertiteln, war also angesagt, was natürlich nicht jedermanns und -fraus Sache ist. Die Laiensdarsteller in Clerks sprechen des öfteren ziemlich schnell, schnoddern in US-Englisch dahin, so daß es hilft, wenn man den Film - wie ich... - ein paar Mal sieht. Mit den Untertiteln geht's aber. Und das häufigste Wort des Films ("fuck" und verschiedene Abwandlungen davon) ist nun nicht so schwer...

"Clerks" wurde für wenig, wirklich wenig Geld von Kevin Smith in seiner Heimatstadt mit seinen Freunden und Bekannten als Darstellern gedreht. Es geht um zwei Angestellte in einem Minimarkt bzw. einer Videothek und deren Erlebnisse während eines Tages im Dienste am Kunden. Dabei reiht sich eine absurde Episode an die nächste, teils durch die Kunden, teils durch die kaum vorhandene Arbeitseinstellung der beiden Hauptfiguren bedingt. Die Komik des Film liegt zum einem in den bizarren Situation, die gelegentlich mit leichten Slapstick-Elementen angereichert werden, zum anderen und hauptsächlich in den Dialogen rund um Sex, Beziehungen, Star Wars und Kundenservice. Der lakonische Schwarzweiss-Dreh und die Low Budget-Atmosphäre tun ein weiteres dafür, einen Kulthit unvermeidlich zu machen.

Tatsächlich bleibt "Clerks" bis heute Kevin Smiths bester Film. Einige Albernheiten, Momente, in denen dem Zuschauer zu sehr klar gemacht wir, dass der Regisseur sich bewusst ist, dass er hier nur einen Film dreht, in "Clerks" habe ich damals, beim ersten Ansehen im Kino, noch als Kinderkrankheiten abgetan. Leider zeigen sich diese immer wieder auch in Smiths folgenden Filmen, die fast allesamt in gewisser Weise den Themenkreis von Clerks und die New Jerseyer Vorstadt-Szenerie aufgreifen. Dazu kommt, dass entweder die Drehbücher einfach nicht so starke Dialoge und Einfälle haben wie "Clerks" oder die Balance zwischen Komik und überzogenem Melodrama nicht gewahrt wird. Lediglich die in Clerks nur nebenher vorkommenden Figuren Jay und Silent Bob überzeugen immer wieder und tauchen in jedem der bis jetzt folgenden Kevin Smith-Filme auf, bis sie mit "Jay and Silent Bob strike back" sogar einen kompletten Film gewidmet bekommen. Dieser bildet gleichzeitig den Abschluss der New Jersey-Reihe und ist erstaunlicherweise wohl auch der beste - zumindest witzigste - seiner Filme nach "Clerks", allerdings nur, wenn man "Clerks", "Mallrats", "Chasing Amy" und "Dogma" allesamt gesehen hat und die zahlreichen Anspielungen auf diese in "Jay and Silent Bob strike back" mitbekommt.

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