18.02.2005

Cante Jondo: David Lagos und José Quevedo "El Bolita"

Gestern fand - nach Ezequiel Benítez letzten Monat - der zweite Teil der münchener Cante Jondo-Reihe statt: Sänger David Lagos und Gitarrist José Quevedo ("El Bolita": "Das Kügelchen", warum auch immer. An Quevedos Statur lag es jedenfalls nicht).

Äußerlich lief alles analog zur vorhergehenden Veranstaltung ab: der Saal im Instituo Cervantes war sehr gut gefüllt, die einführenden Worte Miguel Ivens nahezu identisch zu denen beim letzten Mal, Lagos sang ebenfalls traditionellerweise meist im Sitzen, alle Ansagen waren auf Spanisch, und auch die Dramaturgie des Konzertes war ähnlich: zuerst die etwas getrageneren, elegischen Nummern, gegen Ende die mitreissenden Stücke. Musikalisch gab es allerdings deutliche Unterschiede. Zum einen war die Spielweise Quevedos zwar gleichermaßen oder noch stärker virtuos, dabei aber flüssiger, perlender als die von Antonio Higuero, und sein Sound klarer; nur seine Solo-Nummer war weniger vielschichtig und abwechslungsreich als die Higueros. Den deutlichsten Unterschied machte die Stimme von David Lagos aus: diese war wesentlich rauchiger und nasaler als Benítez' anscheinend stärker an klassischen Vorbildern orientiertes Organ. Das wirkte auf mich weniger kraftvoll, und mir gefiel Benítez' Gesang daher etwas besser. Lagos kam dafür urwüchsiger und typischer - soweit ich als Laie das einordnen kann - an. Dies wurde meine ebenfalls wieder anwesende spanische Kollegin Leandra bestätigt wurde: Lagos' Canto habe mehr "Jondo" ("jondo" heißt übrigens "tief").

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