Buck Rogers
Wer in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts einen Namen wie "Buster Crabbe" hatte und ein ehemaliger Leistungssportler war (ein Schwimmer wie Johnny "Tarzan" Weissmuller), war wohl dazu verdammt, Figuren zu spielen, die ihrerseits "Flash Gordon" oder eben "Buck Rogers" heißen: Scharf geschnittenes Gesicht, kraftvoll gebaut, neckische Stirnlocke, aber linkische, fast tuntige Bewegungen und ein Gesichtsausdruck, der zwischen kumpelhaft und überrumpelt oszilliert. Der hellste ist der gute Buck Rogers ähnlich wie Flash Gordon jedenfalls nicht, allzu oft hört man ihn ausrufen: "Das hätte ich wissen müssen!" oder "Daran hätte ich denken müssen", wenn wieder einmal Dusseligkeit für einen vorläufigen Triumph der Bösen sorgen.
Andererseits muss man ja auch irgendwie dafür sorgen, dass mindestens 10 von 12 Episoden dieses klassischen amerikanischen Film-Serials um einen Piloten, der mit seinem jungen Kumpel namens Buddy (übersetzt: Kumpel...) bei einem Luftschiff-Unfall in ein künstliches Koma fällt und 500 Jahre später erst wieder erwacht (was übrigens sowohl Buck als auch Buddy ohne mit der Wimper zu zucken und einen Hauch der Trauer und des Bedauerns oder Selbstzweifeln wegstecken), einen Cliffhanger-Schluss haben. Schade nur, dass die Autoren und Produzenten nur Einfälle für höchstens 6 Folgen hatten... Nicht nur, dass gerade mal gut zwei Handvoll Bühnenbilder und Hauptfiguren für die komplette Serie ausreichen mussten, auch die Geschichten drehen sich ziemlich im Kreis: Jemand gerät in Gefangenschaft, entflieht in einer dramatischen Szene, gerät dabei in eine weitere Katastrophe - Cliffhanger - und ist am Anfang der nächsten Folge wieder in Gefangenschaft: Gefängnis, aber trotzdem zurück auf Los.
Wenig hilfreich dabei ist auch, dass es im Gegensatz zu den "Flash Gordon"-Serials bis auf die saturnischen "Zuggs" kaum exotische Außerirdische gibt, sowie dass der Oberbösewicht "Killer Kane" schwer blass bleibt und seine schrecklichste Erfindung ein Amnesie-Helm ist, der Gefangenen aufgesetzt wird und diese willenlos macht, damit sie klaglos im Generatorraum arbeiten. Gegen Figuren wie Imperator Ming den Gnadenlosen oder die stets luftig gewandete Prinzessin Aura kann Killer Kane jedenfalls nicht anstinken. Und überhaupt: Die Beziehung zwischen Rogers und der obligatorischen Quotenfrau Lt. Wilma Deering bis zur allerletzen Szene klinisch-korrekt, aber dann müssen sie sich natürlich den Regeln des Happy-Ends folgend in die Arme fallen.
Vielleicht ist "Buck Rogers in the 25th Century", aber "Flash Gordon Conquers the Universe".
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