28.02.2007

Bubba Ho-Tep

Dafür, dass "Bubba Ho-Tep" eine ziemlich albern klingende Prämisse hat, handelt es sich um einen erstaunlich ernsthaften, wenn auch immer wieder spaßigen Film. Also: Elvis Presley ist natürlich nicht tot, sondern hatte noch zu Lebzeiten die Identität mit einem Elvis-Imitator namens Sebastian Haff getauscht. Zumindest glaubt dies die Person, die jetzt als Sebastian Haff in einem südstaaten Altersheim vor sich hin siecht. Bester Kumpel des King dort ist ein dunkelhäutiger Senior, nämlich John F. Kennedy. Als sie bemerken, dass eine alte ägyptische Mumie (diese Entdeckung wird wesentlich unterstützt durch Klowand-Kritzeleien in Hyroglyphen) den örtlichen Senioren durch den After die Seele aussaugt schreiten, d.h. rollen und humpeln Elvis und JFK zur Tat:

Never, but never, fuck with the King.

Klingt albern, ist es aber nicht. Sondern Mysteriöses und sanfte Horrormomente gehen hier eine durchaus gelungene Ehe mit vielen nachdenklichen, nahezu meditativen Momenten ein, in denen es um's Älterwerden (Presley ist natürlich ein körperliches Wrack), Antriebslosigkeit, Identitätskonflikte, Legenden, Familienbande oder Sinn und Unsinn von Verschwörungstheorien geht.

Das Leben und die Angestellten des Altenheims "ficken" den King seit Jahren - aber erst, als eine "wirkliche" (außerfilmisch natürlich ironischerweise eine im Gegensatz zu Alterssiechtum sehr unwirkliche) Bedrohung von außen die Trägheit und Resignation, die sich bei ihm inzwischen ausgebreitet hat, aufbricht, erkennt er dies und handelt, nimmt sein Leben wieder selbst in die Hand. (Dazu - "sein Leben", egal, wessen es nun "wirklich" ist, passt auch die absichtliche, offen gelassene Verwischung der echten oder unechten Persönlichkeiten Presleys und JFKs).

Dies gepaart mit einer sehr professionellen, fast polierten Photographie und hervorragenden Darstellern (Bruce "Ash" Campbell als Elvis natürlich allen voran) ergibt einen Film, der wesentlich weniger bizarr ist, als er sein könnte, aber dadurch umso origineller wird. Sehr interessant.

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