14.06.2007

Branded To Kill

Wo Seijun Suzukis "Tokyo Drifter" in satten Pop-Art-Farben schwelgte, herrscht in "Branded to kill" strenges Schwarzweiß vor, bis hin zu einer fast völlig dunklen Leinwand, die von einzelnen hellen Stellen durchzogen wird. Trotzdem ist "Branded To Kill" sogar noch visuell beeindruckender, als es sein Vorgänger schon war.

Nominell handelt es sich auch hier um einen Gangster-Film: Der Yakuza-Killer Nummer 3, dessen Fetisch übrigens der Geruch von gekochtem Reis ist, versaut einen Auftrag und wird darauf hin selbst zum durch die Organisation Gejagten, die schließlich Nummer 1, "das Phantom", auf ihn ansetzt.

Was in den Händen von Suzuki daraus wird, ist eher ein audio-visuelles Gedicht, bei dem das Erzeugen von Stimmungen und die Schönheit der Bilder wichtiger als eine kohärente, stringent erzählte Geschichte ist. Es gibt eine Handlung, die auch jede Menge Sex und Gewalt bietet, aber diese zersplittert spätestens nach dem ersten Drittel des Films durch die surreal-deliriösen Visionen des Regisseurs zu einer Abfolge bizarrer, beeindruckender Szenen, in denen Wahn und Wirklichkeit vermengt werden - aber nicht ohne eine Portion seltsamen Humors, speziell im schließlichen Willensduell der beiden Auftragsmörder.

Irgendwo habe ich "Branded To Kill" als eine Kreuzung aus John Woo und David Lynch beschrieben gesehen. Kann man so sehen, deshalb: Insbesondere Fans von David Lynchs seltsamsten Momenten sollten "Branded To Kill" ins Auge fassen.

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