Bombast!
Beim diesjährigen Freakshow Festival verkauften die netten Herren von "Cheer-Accident" natürlich auch ihre CDs, etwas chaotisch zwar, aber immerhin mit einem "Katalog-Zettel", der die vorhandenen Alben nicht nur auflistete, sondern jeweils auch mit einem Stichwort beschrieb:
Ein paar von diesen Stichworten machten mich natürlich neugierig, darunter "Bombast!". Ich mag nämlich Bombast.
Kleines Problem nur: Immer wieder stelle ich fest, dass die Definition von musikalischem "Bombast" nicht gerade einheitlich zu sein scheint. Das Wort Bombast bezieht sich ursprünglich auf pompöse, aufgeblasene, aber hohle sprachliche Ausdrucksweise. "(Rede)Schwulst, Wortschwall", meint der Duden.
In diesem Sinne kann ich es zumindest nachvollziehen, wenn ich gelegentlich etwa Asia und Co. als "Bombastrock" beschrieben sehe.
Trotzdem assoziere ich mit "Bombast" eigentlich komplett andere Musik, nämlich massive Chöre, symphonische Klangflächen, eben alles, was arrangementtechnisch hemmungslos aufgeblasen und zugekleistert ist. Das Electric Light Orchestra ist mit vielen Aufnahmen z.B. sehr typisch für diese Art "Bombast" (Asia aber nicht.)
Übrigens: Cheer Accident's "Not A Food" hat mit Bombast in beiden Sinnen nichts zu tun. Ich weiß nicht, was die Band zu dieser Einschätzung bewegte. Vielleicht gingen ihnen auch nur die sinnvollen Vokabeln aus. Auf "Not A Food" sind die Gitarrenriffs vielleicht ein wenig massiver, als es sonst bei Cheer-Accident üblich ist. Ansonsten kein Bombast weit und breit. Trotzdem, oder gerade deshalb ein gutes Album.
Nicht so gut wie "Babies shouldn't smoke!" allerdings, bei welchem übrigens die Beschreibung "Dissonance!" voll ins Schwarze trifft.
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