06.09.2005

Bewitched

Seit ich zum ersten Mal einen Trailer zu Bewitched sah, hatte ich ein perverses Verlangen, mir diesen Film anzuschauen. Und: nein, nicht wegen Nicole Kidman. Nein, auch nicht wegen Will Ferrell. Ich gebe zu: manchmal mag ich auch eine gute gemachte RomCom, und ich hege eine geheime Schwäche für Nora Ephrons "E-Mail für Dich". Außerdem finde ich die Grundidee von "Bewitched" (der Verfilmung, nicht der titelgebenden Fernsehserie selbst) charmant: statt eine typische Bearbeitung des TV-Serien-Stoffs für's Kino zu versuchen, dreht sich der Film selbst um ein fiktives Remake der Serie, allerdings für's Fernsehen (eine nicht weit hergeholte Thematik übrigens, siehe die heimatliche, allerdings schrecklich unlustige RTL-Comedy "Bernds Hexe").

Wie zu befürchten war, war der Film nicht gut. Natürlich war die Geschichte sehr vorhersehbar. Das ist bei einer RomCom aber nicht weiter bemerkenswert, sondern beinahe vorausgesetzt und sollte durch Komik und Darsteller aufgefangen werden. An beidem haperte es. Außer einigen leidlich amüsanten Seitenhieben auf's Fernseh- und Filmgeschäft gab's nicht viel zu lachen, da die Verwicklungen sich schon aus 20 Minuten Entfernung anbahnten. Und Will Ferrell als Jack Wyatt war viel zu überzogen, um der Figur eine menschliche Dimension zu verleihen, die gerade in diesem Genre für die Identifikation mit den Figuren unabdinglich ist. Kidman war blass, bleich und schön, wirkt aber viel zu gesetzt und elegant, um die junge, unsichere, leicht verdrehte und in der "Menschenwelt" unerfahrene Hexe glaubhauft zu machen, die ihrem Wesen vergebens entfliehen möchte. Chemie zwischen den Hauptdarstellern: Fehlanzeige.

Als eine bessere, wenn auch nicht perfekte, Filmkomödie um eine Hexe, die sich in einen "Sterblichen" verliebt, empfehle ich trotz der vielleicht fragwürdigen Moral-der-Geschicht' - das spiessig-konservative Ende wirkt im Vergleich zum spritzigen Film vorher recht unpassend, und ich habe den Verdacht, dass im ursprünglichen Drehbuch ein anderer Schluss gestanden haben könnte, der dem Studio nicht gefallen hat - eher den Klassiker Bell, Book & Candle ("Meine Braut ist übersinnlich" auf Deutsch) mit James Stewart und der in diesem Film unglaubliche, mysteriös-aparte Ausstrahlung verströmenden Kim Novak. Dieser Film ist übrigens außerdem ein schönes Beispiel für Fiktion, die eine zur "normalen" Welt parallele Subkultur - die obendrein auf vielfache Weise gedeutet werden kann - der Hexen und Magier lange vor Harry Potter entwickelt.

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