Ben Folds - Live in Perth
Ein Symphonie-Orchester zum Swingen zu bringen ist schwer, zumindest nicht selbstverständlich. Wer dafür noch eines Beweise bedurfte, findet ihn auf dieser Ben Folds' DVD "Live in Perth", auf der Folds-Kompositionen in Arrangements australischer Komponsiten von ihm am Piano zusammen mit dem West Australian Symphony Orchestra vorgetragen werden. Speziell "Steven's Last Night in Town" klingt in keiner Weise so beschwingt, wie es müsste, sondern schwerfällig und träge.
Überhaupt zeigt sich ein weiteres mal, dass Folds Stücke am besten in intimeren Versionen funktionieren. Dies bewies sein überproduziertes Solo-Album "Rockin' the Suburbs" ebenso wie - wenn auch weniger deutlich - das letzte "Ben Folds Five"-Werk "The Unauthorized Biography of Reinhold Messner", denen es im Vergleich zu den spartanischer arrangierten vorhergehenden "Ben Folds Five"-CDs, aber auch den späteren Solo-EPs und Songs for Silverman, an emotionaler Wirkungskraft mangelt.
Viele Stücke auf "Live in Perth" wirken von Orchestergetöse überkleistert, wenig besser ist das zwar ruhige, aber schleimige und obendrein nicht sonderlich gut gespielte Puffsaxophon bei "Lullabye". Gelungen sind immerhin "Boxing" im Kaffehaus-Orchester-Sound sowie "Brick" mit einem impressionistischen Schlenkern und Tupfern, die an Van Dyke Parks großartiges Streicherarrangement auf U2s "All I Want Is You" erinnern.
Aber wem erzähle ich das? Fanboys brauchen "Live in Perth" sowieso. Die besseren Folds'schen Video-Dokumente bleiben aber "The Complete Sessions at West 54th" der Ben Folds Five und die Bonus-DVD der entsprechenden "Ben Folds Live"-Ausgabe.
Weitere aktuelle Beiträge
- 08.02.2009 - 13:36
- 04.02.2009 - 10:11
- 20.01.2009 - 16:49
- 14.01.2009 - 14:21
- 11.01.2009 - 16:42
Audio-Beiträge
- 24.11.2008
- 24.10.2008
- 23.07.2008
- 01.06.2008
- 08.04.2008
Bildergalerien
- 11.01.2009
- 12.11.2008
- 16.10.2008
- 30.09.2008
- 15.09.2008
Kommentare
Dass es "Rockin the Suburbs" und "Reinhold Messner" an emotionaler Wirkungskraft fehlt, kann ich fuer mich nicht bestaetigen. "Rockin" ist hoffnungslos ueberproduziert, was zuweilen nervig ist, und "Reinhold Messner" hat eins, zwei schlechte Songs und ist ausserdem viel ernster als alles andere von Folds. Das sind aber genau so grosse bzw. kleine Maengel wie sie sich auch auf den anderen Platten von ihm finden lassen, z.b. die eher uninspirierte zweite Haelfte von "Silverman" oder die langatmigen ruhigen Songs auf "Whatever"
Kommentar hinzufügen