Ben Folds - Live at My Space
Ben Folds ist ein komischer Kauz. Zumindest hat er einen seltsamen Humor, wie die "Live at My Space"-DVD bezeugt, die einen Mitschnitt eines Auftritts von Folds und seinen Begleitmusikern in seinem Studio in Nashville enthält, der live über myspace.com übertragen wurde, wobei sich die Zuschauer via Web Stücke wünschen konnten. Während des Konzerts gibt es einen Gastauftritt von jemanden namens "Titler", ein Hitler-Imitator-Transvestit, der an einem E-Piano einen Johnny-Cash-Song zum besten gibt. Zwischendrin stürzt ein "Zuschauer" von einem Gerüst mitten in die Studiogäste (natürlich ein Dummy), am Ende stürzt sich sogar Folds selbst zu Tode (klar, auch ein Dummy). Außerdem gibt's eine Art Gitarren-Orchester, das bei einigen Songs mitschrammelt, eine Klingelton-Symphonie der gesammelten Zuhörer-Handys sowie seltsame Soundeffekte aus Folds Synthesizer, den er vorwiegend mit dem Fuß bedient.
Kurz: cool. Schräg, aber cool.
Ach ja. Musik gibt's auf der DVD auch. Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten wie einem wenig überzeugenden instrumentalen Einstieg mit Folds am MiniMoog mit Ekel-Sound und Intonationsproblemen im Gesang bei "there's always someone cooler than you" wird's spätestens mit "bastard" und "jesusland" auch musikalisch ansprechend und auch durch die lockere, seltsame Atmosphäre des Auftritts im positiven Sinne merkwürdig.
"Live at My Space" passt irgendwie ins Bild der weiteren dedizierten Folds'schen DVD-Veröffentlichungen ("The Complete Sessions at West 54th" noch mit dne Ben Folds Five und "Live in Perth"), die samt und sonders ohne großes Brimborium besondere Live-Situationen dokumentieren, die "normale" Konzertbesucher nicht miterleben konnten. Fein.
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